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Wirtschaft Einzelhandel setzt zwei Prozent weniger um
Mehr Welt Wirtschaft Einzelhandel setzt zwei Prozent weniger um
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17:47 03.08.2009
Die Lebensmittelindustrie klagt über „die größte Preisschlacht aller Zeiten“ Quelle: Juergen Schwarz/ddp (Archiv)
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Die Lebensmittelindustrie klagt über „die größte Preisschlacht aller Zeiten“. Die Verbraucher würden aber trotz immer neuer Preissenkungen nicht mehr konsumieren, warnte Rewe-Chef Alain Caparros.

Der Umsatz mit Lebensmitteln sank laut Statistik bereinigt um Preisschwankungen im ersten Halbjahr um 2,4 Prozent im Vergleich zu den ersten sechs Monates des Vorjahres. Der Umsatz mit Kleidung, Schuhen, Möbeln, Haushaltsgeräten und Kosmetik gab 1,7 Prozent nach. Die Zahlen seien keine Überraschung, sagte eine Sprecherin des Deutschen Einzelhandelsverbandes (HDE). Der Handel sei von einem Minus von zwei Prozent für das erste Halbjahr ausgegangen und rechne auch für das Gesamtjahr mit einem Umsatzrückgang in dieser Größenordnung.

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Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise und im Vergleich zu anderen Branchen stehe der Handel noch gut da, sagte die HDE-Sprecherin. Es gebe noch keinen Grund zur Besorgnis. Zu kämpfen haben werde der Einzelhandel vor allem im kommenden Jahr, wenn ab diesen Spätherbst wie befürchtet die Zahl der Arbeitslosen stark ansteige.

Rewe spüre in seinen Läden bereits seit April ein „gedämpfteres Kaufverhalten“, sagte Unternehmenschef Caparros der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Montag. „Die Leute sind nachdenklicher geworden, und zwar durch die Bank und über alle Bevölkerungsschichten hinweg“, habe er beobachtet. Überhaupt nicht verstehen könne er, warum die großen Discounter sich nach mehreren Preissenkungsrunden anschickten, bei einigen Produkten die Preisschraube noch weiter nach unten zu winden, ohne dass dies mit niedrigeren Einkaufspreisen zu begründen wäre, sagte Caparros.

Der Hauptgeschäftsführer der deutschen Ernährungsindustrie, Matthias Horst, beklagte den Verfall der Preise insbesondere bei Mineralwasser, alkoholfreien Getränken, Milch und Milchprodukten. „Wir fürchten, dass das auf das Preisniveau in der gesamten Branche durchschlägt“, sagte er dem „Tagesspiegel“ vom Montag. In Deutschland werde immer zuerst an den Lebensmitteln gespart. Das werde mittelfristig zu Lasten der Vielfalt gehen.

Der Markt für Biolebensmittel bekommt die Folgen der Wirtschaftskrise noch stärker zu spüren als der übrige Einzelhandel: Während der Umsatz der gesamten Lebensmittelwirtschaft in der ersten Jahreshälfte um 0,5 Prozent geschrumpft sei, hätten die Anbieter von Öko-Produkten ein Minus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum hinnehmen müsse, berichtete die „tageszeitung“ unter Berufung auf eine GfK-Studie. Der Marktanteil von Bio-Produkten am gesamten Lebensmittelmarkt sank demnach von 3,2 auf 3,0 Prozent.

AFP