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12:45 14.12.2012
Jens (v.l.), Freddie, Grete, Damaris, Sven und Jürgen Scherphausen stehen vor dem Opel-Werk in Bochum. Opel ist alles für Familie Scherphausen. Über Generationen hinweg ist die Bochumer Familie mit dem Werk in Bochum verbunden. Quelle: dpa
Bochum

Die Fabrik war immer wie ihr zweites Wohnzimmer. Doch 2016 sollen im Bochumer Opel-Werk die Lichter ausgehen. Das trifft die Opel-Familie Scherphausen schwer. Über drei Generationen hinweg hat die Familie aus dem Ruhrpott für die Firma mit dem Blitz gearbeitet. „Dass in vier Jahren Schluss sein soll, macht mich wütend“, sagt Jürgen Scherphausen.

Als am 10. Oktober 1962 der erste Kadett vom Montageband in Bochum lief, da begann für Jürgen Scherphausen ein Leben im Wohlstand, vergleichsweise jedenfalls. Konrad Adenauer war Bundeskanzler und die Beatles lieferten die Musik zum Wirtschaftswunder.

„Opel, das war immer ein Stück Ruhrgebiet. Das ist eine Weltmarke gewesen. Und ist es immer noch“, findet der 70-jährige Bochumer. Vorher hatte er noch auf der Zeche „malochen“ müssen, erzählt das Ruhrgebiets-Original. Mit einem Schlag wuchs das monatliche Einkommen des Arbeiters auf 400 D-Mark und Scherphausen kam sich vor wie ein König, sagt er. „Wie die Bude fertig war, sind wir mit ein paar Männekes rüber und haben ganz einfach eine Anstellung bekommen“, sagt der Mann, der heute Rentner ist.

Statt zum geplatzten Opel-Familienfest zum 50-jährigen Werksjubiläum in Bochum wird Scherphausen an diesem Samstag seine Freunde im Gesangsverein besuchen. Dabei hatte er sich auf das Fest gefreut. Denn zum Werk hat er eine besondere Bindung: In der Fertigmontage hat er Ehefrau Grete kennen und lieben gelernt. Mit ihr ist er seit 39 Jahren verheiratet.

Aus dem Fenster der Scherphausens am Castroper Hellweg sah schon Sohn Freddie immer die Fabrik. Auch er fasste den Entschluss, ging im Jahre 1976 zu Opel und arbeitet dort noch heute als Lackierer. Freddie hat sich bei Opel nicht nur in die Marke mit dem Blitz, sondern auch in seine Frau Damaris verliebt. Sie arbeitete von 1986 bis 2002 bei Opel; zuerst in der Näherei, dann in der Lackreparatur. Sie verließ den Betrieb gegen eine Abfindung. Und bereut ihren Entschluss.

Seit der Eröffnung 1962 hat das Autowerk die Region, die Menschen und die Stadt Bochum tief geprägt. Zur Zeit der Zechenschließungen gegründet, stand das Werk Bochum lange Zeit für Vollbeschäftigung, Sicherheit und Wohlstand. 3200 Menschen sind noch direkt im Unternehmen beschäftigt, so Betriebsratschef Rainer Einenkel. „Das geht jetzt schon bald los, dass die ersten Leute da abhauen, weg von Bochum“, sagt Scherphausen.

Auch seine Enkel Sven und Jens absolvieren derzeit eine Ausbildung im Bochumer Werk. „Opel hat in unserer Familie immer eine Rolle gespielt“, sagt Scherphausen. „Und wenn wir mal nicht wissen, was wir bereden sollen, dann sprechen wir über Opel.“ Ganz aufgeben wollen die Scherphausens aber noch nicht. „Wir hoffen, dass Betriebsrat Einenkel die Sache noch mal drehen kann“, sagt der Opel-Rentner.

dpa

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