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Wirtschaft Edeka profitiert von Schlecker-Pleite
Mehr Welt Wirtschaft Edeka profitiert von Schlecker-Pleite
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13:46 11.05.2012
Von Lars Ruzic
Foto: Basisarbeit: Edeka-Minden-Chef Mark Rosenkranz versucht sich als Fischverkäufer.
Basisarbeit: Edeka-Minden-Chef Mark Rosenkranz versucht sich als Fischverkäufer. Quelle: HAZ
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Minden

In den ersten vier Monaten 2012 seien die Erlöse insgesamt auf vergleichbarer Fläche um 4,2 Prozent gestiegen – weit mehr als üblich. Dennoch plant Rosenkranz für das Gesamtjahr bislang noch konservativ mit einem Umsatzzuwachs von etwas über 3 Prozent auf mehr als 7,1 Milliarden Euro.

Der Schlecker-Insolvenzverwalter hatte bis Ende März 2400 Filialen dichtgemacht und mehr als 11.000 Mitarbeiter entlassen. Damit wurden auch mehr als eine Milliarde Euro Jahresumsatz frei, um den nun alle Händler wetteifern. Schon die Schlecker-Konkurrenten Rossmann und dm hatten zuletzt überdurchschnittliche Zuwachsraten vermeldet. Doch gilt auch der klassische Einzelhändler als Profiteur. Eine Ausweitung des Drogeriesortiments stehe aber nicht auf der Tagesordnung, sagte Rosenkranz. „Dann müssten wir andernorts Abstriche machen.“

Die Genossen der Edeka Minden sind in diesem Jahr ohnehin zu großen Teilen mit sich selbst beschäftigt. Der Verbund hat seine feinsinnige Trennung zwischen den kleineren „Aktiv-“ und den „Neukauf-Märkten“ aufgegeben. Künftig sollen die mehr als 600 betroffenen Läden nur noch das Edeka-Logo und den Namen des Inhabers tragen. „Mit nur noch einem Vertriebsformat ist unsere Werbekraft viel stärker“, betonte Rosenkranz. Was der 44-Jährige als „größte Hochzeit des Jahrhunderts“ anpries, soll in den Märkten mit kleineren Renovierungsmaßnahmen einhergehen. Rund 80 Prozent der Läden habe man bereits umgeflaggt. Einen Großteil der Kosten tragen die Edeka-Unternehmer selbst.

In diesem Jahr will der Händlerverbund in sein Geschäftsgebiet zwischen niederländischer und polnischer Grenze mehr als 300 Millionen Euro investieren. Ein Großteil fließt dabei in die Neuordnung der Konzernlogistik, die noch in vollem Gange ist. Gleichzeitig sind aber auch fast 66.000 Quadratmeter neue Verkaufsfläche geplant, was etwa zehn Fußballfelder entspricht. Zudem sollen 39 Märkte an selbstständige Unternehmer abgegeben werden, wie das die Edeka-Satzung vorschreibt.

Im vergangenen Jahr hat der Konzern seinen Umsatz um 3,7 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro gesteigert. Unterm Strich stand ein Gewinn von 85 Millionen Euro oder 1,2 Prozent vom Umsatz. Mit ähnlichen Ergebnissen rechnen die Edeka-Manager auch in diesem Jahr. Im Verbund arbeiten 55.000 Menschen, er zählt fast 1600 Märkte.

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