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Wirtschaft EU-Ratspräsident ruft Anfang vom Ende der Krise aus
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14:10 26.12.2012
EU-Ratschef Herman Van Rompuy hat den Anfang vom Ende der Euro-Schuldenkrise ausgerufen. Skeptiker halten das jedoch für verfrüht. (Archiv) Quelle: dpa
Frankfurt/Main

2013 wird ein schwieriges Jahr für die deutsche Wirtschaft. Ein Absturz in die Rezession gilt allerdings als ebenso unwahrscheinlich wie ein rasanter Aufschwung. In diesen Punkten sind sich die führenden Forschungsinstitute einig. Sie wissen aber auch: Die Unsicherheit bleibt groß. Die zarte Hoffnung auf eine anziehende Konjunktur kann jederzeit im Keim erstickt werden, wenn sich die Staatsschuldenkrise im Euroraum wieder zuspitzt.

Damit bleiben Prognosen schwierig wie selten. Die Spannbreite für das deutsche Wirtschaftswachstum 2013 reicht von 0,3 bis knapp ein Prozent.

Sparkurs und Rezession belaste Konjunktur

„Die Konjunktur in Deutschland befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen dem Sog nach unten aus den Krisenländern und einem stabilen weltwirtschaftlichen Umfeld“, sagt Gustav A. Horn, Direktor am Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Der strikte Sparkurs und die Rezession bei vielen Handelspartnern im Euroraum belaste die Konjunktur in Deutschland: „Der private Konsum und der Export nach Osteuropa, Asien und Amerika sind aber kräftig genug, um die deutsche Wirtschaft in diesem und im kommenden Jahr leicht wachsen zu lassen.“

Bundesbank erwartet schrumpfende Wirtschaftsleistung

Die Deutsche Bundesbank erwartet, dass die Wirtschaftsleistung im Winterhalbjahr schrumpft, die Schwächephase aber nicht lange anhalten wird - vorausgesetzt, die Weltwirtschaft nimmt wieder Fahrt auf und der Reformprozess im Euro-Raum schreitet voran.

Vor allem der private Konsum und die Bauinvestitionen dürften die Expansion treiben, sagt Roland Döhrn vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) Essen: „Letztere profitieren von den außerordentlich niedrigen Zinsen, aber womöglich auch von einer Flucht in Sachwerte.“ Zudem kämen europaweit Impulse von der Außenwirtschaft. Im Laufe des Jahres dürften zudem die Unternehmen wieder verstärkt investieren, prognostiziert Dennis Snower, Präsident des IfW Kiel.

Ökonomen sind skeptisch

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hatte Mitte Dezember Entwarnung im Kampf gegen die Schuldenkrise gegeben. „Das Schlimmste liegt nun hinter uns“, sagte der Belgier nach der Einigung auf eine zentrale Bankenaufsicht in Europa und der Freigabe der nächsten milliardenschweren Finanzhilfen für das pleitebedrohte Griechenland.

Führende deutsche Ökonomen sind skeptisch. „Die Euro-Schuldenkrise ist noch immer nicht überwunden“, betont Dennis Snower, Präsident des IfW Kiel: „Solange die Ursachen dieser Krise wie zum Beispiel die fehlende Nachhaltigkeit in der Fiskal- und Geldpolitik, die instabilen Strukturen auf den Finanzmärkten und die Ungleichgewichte in der Wettbewerbsfähigkeit nicht gemeistert werden, kann es zu einer erneuten Eskalation kommen.“

Fall wie Griechenland muss künftig vermieden werden

Auch Döhrn vom RWI stellt der Politik ein schlechtes Zeugnis in Sachen Krisenbewältigung aus: „An nachhaltigen Lösungen mangelt es generell. Fast überall, wo es brannte, ist die EZB eingesprungen. Das kann aber auf Dauer nicht gutgehen.“

Zwar dürfte die Ankündigung der EZB, gegebenenfalls unbegrenzt Staatsanleihen der Krisenländer zu kaufen, zumindest kurzfristig eine Verschärfung verhindern, wie Oliver Holtemöller vom Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) Halle betont. Doch solange es keine Lösung für die ursächlichen Probleme gebe, könne eine erneute Eskalation nicht ausgeschlossen werden. Insbesondere eine glaubwürdige Insolvenzordnung für Staaten sei notwendig - eine Hängepartie wie im Falle Griechenland sollte somit künftig vermieden werden.

Export extrem von globaler Konjunktur abhängig

Die Exportmacht Deutschland ist extrem von der Entwicklung der globalen Konjunktur abhängig. Obwohl die 2012 schwächelt, erreichen die Ausfuhren erneut ein Rekordniveau, das im kommenden Jahren nach der Prognose des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) nochmals um mindestens drei Prozent übertroffen wird. Das dürfte die Konjunktur anschieben.

„Bislang konnte Deutschland die Schwäche im Euro-Raum durch zusätzliche Exporte insbesondere in die Schwellenländer ausgleichen“, sagt auch der Wirtschaftsweise Christoph M. Schmidt. Doch auch dort hätten sich zuletzt erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Schwäche gezeigt: „Insofern ist es für Deutschland von hoher Bedeutung, dass für den Euroraum nun endlich Lösungen gefunden werden, die das Vertrauen wieder herstellen. Dann könnten in Deutschland die Investitionen wieder anspringen.“

Damit rechnen Ökonomen zur Jahresmitte 2013. Die Industrie startet hingegen schon selbstbewusst ins neue Jahr. Die global aufgestellten deutschen Autokonzerne sehen vor allem Potenzial in den beiden größten Märkten USA und China - auf diese Märkte setzen auch die Maschinenbauer, die nach Rekordumsätzen 2012 ein weiteres Plus anpeilen. Und auch die deutsche Chemieindustrie sieht die Talsohle durchschritten und erwartet 2013 mehr Umsatz.

dpa

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