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19:29 18.05.2020
Die Deutsche Spirituosen-Manufaktur aus Berlin hat in der Corona-Krise mit der Produktion von Handdesinfektionsmittel begonnen. Quelle: DSM Deutsche Spirituosen Manufaktur GmbH
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Alkohol ist der wichtigste Bestandteil in vielen Desinfektionsmitteln. Mindestens 62 Prozent Ethanol sollte ein Handdesinfektionsgel enthalten, um wirksam gegen Viren wie Sars-CoV-2 zu sein. Doch die Herstellung ist nicht einfach, deshalb kam es während der Coronakrise häufig zu Engpässen – besonders für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen ein großes Problem. Viele Spirituosenhersteller haben deshalb ihre Expertise zur Verfügung gestellt und helfen bei der Herstellung. Ein Überblick.

Berentzen

Der Likörproduzent Berentzen kann selbst keine Desinfektionsmittel herstellen, weil seine Anlagen nicht explosionsgeschützt sind, so Berentzen-Vorstand Oliver Schwegmann. Deshalb hat sich Berentzen mit dem Lackhersteller Remmers zusammengetan. Der Firma fehlte zuletzt Ethanol für die Produktion von Desinfektionsmitteln - und das hat Beretzen geliefert. “Wir haben die Produktionsmöglichkeit aber keine gesicherte Rohstoffverfügbarkeit, während die Berentzen-Gruppe den Rohstoff aber keine diesbezügliche Produktionsmöglichkeit hat. Da lag die Idee nahe, mit der Berentzen-Gruppe zu kooperieren”, so Dirk Sieverding, Vorstandsvorsitzender der Remmers Gruppe.

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Die im niedersächsischen Löningen produzierten Desinfektionsmittel werden ausschließlich an Rettungsdienste, medizinische und öffentliche Einrichtungen zum Selbstkostenpreis abgegeben.

Der Lackhersteller Remmers stellt in Kooperation mit Berentzen Desinfektionsmittel her. Quelle: Remmers

Deutsche Spirituosen-Manufaktur

Die Deutsche Spirituosen-Manufaktur produziert in Berlin Marzahn eigentlich seit ein paar Jahren erfolgreich Premium-Spirituosen wie Brände, Geiste, Gin und Vodka in kleinen Auflagen und reiner Handarbeit. Doch als in der Corona-Krise Restaurants und Bars als Kunden wegfielen, blieb auch der Umsatz aus – eine existenzbedrohende Situation für das Unternehmen. Aber die Inhaber machten aus der Not eine Tugend und entschieden sich, ihre Bestände an reinem 96-prozentigem Ethanol für die Produktion von Handdesinfektionsmitteln nach WHO-Standard zu verwenden. Dafür mussten die Geschäftsführer Tim Müller und Miteigentümer und Apotheker Konrad Horn in eine neue Anlage investieren. “Ganz so einfach ist uns der Schritt von der Herstellung von Destillaten zu der von Mitteln zur Händedesinfektion nicht gefallen. Ohne meinen fachlichen Hintergrund hätten wir wohl die Finger davon gelassen”, so Horn.

Er warnt: “Derzeit kursieren im Internet viele gut gemeinte Ideen zum Beispiel aus Gin oder privaten Restbeständen von Spirituosen Desinfektionsmittel herzustellen.” Für die Herstellung werde aber ein reines, 96-prozentiges Ethanol benötigt. Ein so hoher Reinheitsgrad könne bei der Aufarbeitung von Spirituosenresten in kleinen Destillerien in der Regel nicht erreicht werden.

Jägermeister

Auch der niedersächsische Spirituosenhersteller Jägermeister aus Wolfenbüttel hat dem Klinikum Braunschweig 50.000 Liter Alkohol zur Herstellung von Desinfektionsmitteln zur Verfügung gestellt, wie die Klinik im März mitteilte. “Die Produktion ist eine Premiere und der aktuellen Notlage geschuldet”, sagte Klinikleiter Andreas Goepfert damals. “Mit der eigenen Produktion stellen wir sicher, dass das Klinikum Braunschweig erst einmal mit Desinfektionsmittel versorgt ist.”

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Pernod Ricard

Der Hersteller von Spirituosen wie Absolut Vodka, Havana Club oder Jameson Whiskey, Pernod Ricard, hilft ebenfalls in der Corona-Krise. In Frankreich hat das Unternehmen dem führenden Hersteller von Desinfektionsgels für Apotheken 70.000 Liter reinen Alkohol zur Verfügung gestellt. Der Hersteller Laboratoire Cooper könne mit dem gespendeten Alkohol etwa 1,8 Millionen 50-Milliliter-Fläschchen produzieren. “In einer Zeit, in der die Welt vor einer großen Pandemie steht, müssen sich die Unternehmen mobilisieren, um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten, aber auch, um zu den kollektiven Anstrengungen entsprechend ihren Fähigkeiten beizutragen”, sagte Unternehmenschef Alexandre Ricard.

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In Deutschland spendet die zugehörige Black Forest Distillers ebenfalls Alkohol an Apotheken für die Herstellung von Desinfektionsmitteln. Die Brennerei ist bekannt für den Gin Monkey 47.

Bacardi

In Puerto Rico liefert der größte Rumhersteller der Welt Ethanol, um insgesamt 1,7 Millionen Flaschen Handdesinfektionsgel herzustellen. Mehr als eine halbe Million Flaschen spendet Bacardi an gemeinnützige Organisationen, an Paketlieferanten, die Feuerwehr und Polizei. “In 158 Jahren Bacardi haben wir gelernt, dass Resilienz, Optimismus und Gemeinschaft das ist, was uns stärker macht”, sagt Jose Class, Vizepräsident von Bacardi Lateinamerika und Karibik.

Aus dieser Brennerei in Puerto Rico kommt der weltbekannte Bacardi-Rum. In der Corona-Krise wird hier auch Ethanol für Desinfektionsmittel hergestellt. Quelle: Bacardi

Diaego

Bei so vielen Vorbildern darf natürlich auch der weltweit größte Spirituosenhersteller Diaego nicht fehlen: Der Hersteller von unter anderem Johnnie Walker und Smirnoff spendet mehr als zwei Millionen Liter Ethanol an Hersteller von Desinfektionsmitteln weltweit. Der Alkohol werde kostenfrei zur Verfügung gestellt, um Engpässe im Kampf gegen das Coronavirus zu schmälern. Insgesamt sollen mit dem gespendeten Ethanol acht Millionen Flaschen (250 Milliliter) wirksames Handgel hergestellt werden können.

Von Anne Grüneberg/RND

Der Artikel "Diese Spirituosenhersteller produzieren jetzt Desinfektionsmittel" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

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