Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Reicher als superreich
Mehr Welt Wirtschaft Reicher als superreich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:47 12.02.2015
Von Jens Heitmann
Milliardenschwere Dame: Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann (Conti). Quelle: dpa
Anzeige

Dass Dagobert Duck vergleichsweise vermögend sein muss, ergibt sich schon aus dem kontinuierlichen Interesse der Panzerknacker. Wie viele Fantastilliarden der notorische Geizhals tatsächlich in seinem Geldspeicher hortet, können die übrigen Bewohner von Entenhausen allenfalls grob schätzen: Wenn der reiche Onkel von Dauer-Versager Donald in seine Münzen eintaucht, sind sie ja nicht dabei – und die einschlägige Liste des „Forbes“-Magazins kommt im Comic nicht vor.

Das muss die Disney-Enten aber nicht grämen. Denn auch außerhalb der Disney-Welt tappen notorische Neider und andere Neugierige mehr oder weniger im Dunkeln, wenn sie den Reichtum der oberen Zehntausend genauer beziffern sollen. Zu diesem Ergebnis kommen zumindest zwei Experten vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), die alle verfügbaren Angaben über die besonders Wohlhabenden hierzulande addiert haben – im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Anzeige

Das Fazit lautet: Die reichsten Deutschen sind offenbar noch viel wohlhabender als bisher gedacht. Demnach verfügt das reichste Tausendstel der Bevölkerung über 14 bis 16 Prozent des Vermögens, das oberste Hundertstel besitzt zusammen rund ein Drittel. Das Gesamtvermögen der Deutschen schätzen die DIW-Forscher Christian Westermeier und Markus Grabka auf bis zu 9,3 Billionen Euro – das ist ein Drittel mehr, als die Befragung des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) ergab.

Die großen Unterschiede zu den bisherigen Studien des SOEP oder der Bundesbank führen Westermeier und Grabka auf die schwierige Datenlage zurück: „Die Chance, dass einer der wenigen deutschen Milliardäre oder Multimillionäre in einer repräsentativen Befragung auftaucht, geht gegen null.“ Im Übrigen sinke mit der Höhe des Vermögens meist auch die Auskunftsbereitschaft.

Die DIW-Forscher haben sich deshalb auf die Liste des US-Magazins „Forbes“ gestützt, die alle Menschen mit einem geschätzten Vermögen von mehr als einer Milliarde Dollar aufführt – und zuletzt auch 50 Deutsche nennt. Da die Forbes-Werte nach einem Abgleich mit US-Steuerdaten als etwas überhöht gelten, haben Westermeier und Grabka sie mit anderen Statistiken abgeglichen und neu berechnet.

Wirtschaft Inflationsrate bei minus 0,4 Prozent - Verbraucherpreise im Januar stärker gesunken
12.02.2015
12.02.2015
12.02.2015