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21:53 28.12.2009
Der DAX hat am Montag zum ersten Mal seit 15 Monaten den Sprung über die 6000-Punkte-Marke geschafft. Quelle: ddp
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Seit Jahresbeginn haben die Aktien der 30 größten deutschen Unternehmen wieder rund ein Viertel an Wert gewonnen. Gemessen an dem Jahrestiefststand am 6. März, als der Dax bei 3588 Punkten lag, beträgt das Plus sogar satte 60 Prozent.

„Es war ein gutes Aktienjahr“, bilanzierten die Händler auf dem Frankfurter Börsenparkett. Noch Anfang des Jahres hatte man aufgrund der sich weltweit abzeichnenden Wirtschaftskrise mit einem weiteren Rückgang gerechnet, nachdem die Kurse im Vorjahr um rund 40 Prozent eingebrochen waren. Doch im März setzte die Trendwende ein, die milliardenschweren Rettungsprogramme der Regierungen und die Unterstützung der Notenbanken durch Liquidität und niedrige Zinsen zeigten Wirkung. An den Börsen war der Optimismus zurückgekehrt – und auch jetzt gehen viele Händler davon aus, dass der Aufwärtstrend zumindest im ersten Quartal 2010 anhalten wird. Die Prognosen aller wichtigen Wirtschaftsforscher sagen für das kommende Jahr einen Anstieg der weltweiten Wirtschaftsleistung vorher. Für die USA wird ein Zuwachs der Wirtschaftsleistung von 3,5 Prozent erwartet, und auch die deutsche Wirtschaft könnte um 1,5 bis zwei Prozent zulegen. Dennoch gehen die Vorhersagen für die Kursentwicklung im kommenden Jahr weit auseinander. Während Optimisten davon ausgehen, dass ein Anstieg beim Dax bis auf 7000 Punkte durchaus möglich ist, liegen die meisten Schätzungen eher im moderaten Bereich zwischen 6100 und 6300 Punkten. Ein Vorteil für die Aktienanlage könnte jedoch sein, dass die Zinsen auch 2010 weitgehend niedrig bleiben werden, die Rendite bei anderen Anlageformen also nach wie vor eher gering sein wird.

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Allerdings fällt die längerfristige Bilanz für Aktienbesitzer noch immer ungünstig aus. Vor dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 stand der Dax bei 6234 Punkten. Das historische Hoch von über 8100 Punkten aus dem Sommer 2007 ist noch in weiter Ferne. Noch schmerzlicher fällt der Blick zurück in Japan aus. Dort stand der Nikkei-Index Anfang der neunziger Jahre noch bei 40 000 Punkten, heute liegt er bei einem Viertel davon. Aus Sicht des Deutschen Aktieninstituts (DAI) wird es noch eine Weile dauern, bis die Kleinanleger wieder Vertrauen in die Aktie fassen. Die Zahl der Aktienbesitzer in Deutschland ist seit dem Jahr 2000, dem Höhepunkt der „New-Economy-Euphorie“, von 6,2 auf 3,4 Millionen zurückgegangen. „Wir bräuchten ein paar ruhige Jahre, um die Akzeptanz der Aktienanlage zu erhöhen“, meint der Direktor der DAI, Franz-Josef Leven.