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Wirtschaft Aufschwung mit gezogener Handbremse
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13:11 14.11.2013
Die deutsche Konjunktur hat nach dem starken Frühjahr wie erwartet das Wachstumstempo gedrosselt. Quelle: dpa
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Wiesbaden

Die deutsche Wirtschaft hat nach dem starken Frühjahr wie erwartet einen Gang zurückgeschaltet. Im dritten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent höher als im Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Damit bleibt Deutschland auf Wachstumskurs. Im Frühjahr hatte die Wirtschaftsleistung allerdings mit plus 0,7 Prozent noch deutlich stärker zugelegt, nachdem sie zu Jahresbeginn stagniert hatte.

Dass der Konjunkturmotor im Sommer nicht mehr auf Hochtouren lief, überrascht nicht. Denn für das kräftige Plus im zweiten Quartal hatten nach dem langen Winter auch Nachholeffekte am Bau gesorgt. „Nach dem Extraschub im Frühjahr ist das BIP-Wachstum im dritten Quartal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt“, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner: „Die Erholung geht weiter, sie bleibt aber moderat - mehr kann man angesichts der weiter fragilen Lage in Europa wohl auch nicht erwarten.“

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Positive Impulse kamen von Juli bis September ausschließlich aus dem Inland: Die Konsumausgaben der privaten Haushalten und des Staates waren etwas höher als im Vorquartal, berichteten die Statistiker. Zudem wurde erneut mehr investiert, sowohl in Ausrüstungen als auch in Bauten.

Damit zeichnet sich bei den Ausrüstungsinvestitionen langsam eine Wende zum Besseren ab, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer: „Nachdem Sorgen um den Bestand der Währungsunion die Unternehmensinvestitionen sechs Quartale in Folgen hatten fallen lassen, sind sie im zweiten und dritten Quartal wieder gestiegen.“

Dagegen bremste der Außenbeitrag - Exporte minus Importe - das BIP-Wachstum: Während die Importe weiter zulegten, zeigten die Exporte im Vorquartalsvergleich wenig Dynamik. Allerdings ist der deutsche Exportüberschuss im September auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Erst am Mittwoch hatte die EU-Kommission eine vertiefte Untersuchung wegen der deutschen Exportüberschüsse beschlossen. Und das, obwohl die Nettoexporte schon seit dem zweiten Quartal 2012 keinen nennenswerten Wachstumsbeitrag mehr geliefert hätten, wie Berenberg Bank-Ökonom Christian Schulz betonte.

Auch im Vergleich zum Vorjahr ist die Wirtschaftsleistung in Deutschland im dritten Quartal gestiegen: Das preisbereinigte BIP war um 1,1 Prozent höher als im dritten Quartal 2012.

Experten gehen davon aus, dass die deutsche Konjunktur spätestens 2014 wieder anziehen wird. „Das dritte Quartal ist nur ein Schlagloch auf dem Wachstumspfad“, sagt Unicredit Deutschland-Chefvolkswirt Andreas Rees. Die Erholung der Eurozone halte an, die Anzeichen für eine Wiederbelebung der Investitionstätigkeit in Deutschland häuften sich, und die Kauflust der Verbraucher nehme weiter zu, sagte Rees. Zudem dürfte die Konjunktur weltweit wieder Fahrt aufnehmen und damit die deutschen Exporte anschieben, sagte DIW-Deutschlandexperte Simon Junker. Auch das Bundeswirtschaftsministerium hatte kürzlich betont: „Insgesamt hat sich die konjunkturelle Belebung weiter gefestigt und an Breite gewonnen.“

Von Harald Schmidt/dpa

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