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10:34 13.01.2010
Die deutsche Wirtschaft ist 2009 so stark eingebrochen wie noch nie zuvor.
Die deutsche Wirtschaft ist 2009 so stark eingebrochen wie noch nie zuvor. Quelle: ap (Symbolbild)
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In der zweiten Jahreshälfte habe sich die wirtschaftliche Lage aber auf einem neuen, niedrigeren Niveau stabilisiert.

Eingebrochen ist die Wirtschaft laut Statistik besonders im Winterhalbjahr 2008/2009. Besonders betroffen von der Krise war die Exportindustrie: Die Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen gingen preisbereinigt um 14,7 Prozent zurück. Der Außenhandel sei nicht wie gewohnt der Motor, sondern Bremse der wirtschaftlichen Entwicklung gewesen, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler.

Die privaten Konsumausgaben dagegen stiegen um 0,4 Prozent. Eine große Rolle habe hier aber die Abwrackprämie gespielt, sagte Egeler. Der staatliche Konsum sei um 2,7 Prozent gestiegen.

Bund, Länder und Gemeinden wiesen daher auch ein Finanzierungsdefizit von 77 Milliarden Euro aus, wie die Statistik ermittelte. Dies bedeute eine Defizitquote von 3,2 Prozent. Damit überschritt Deutschland erstmals seit vier Jahren wieder die EU-Verschuldungskriterien, die eine Verschuldungsquote von maximal drei Prozent des BIP erlaubt.

Im internationalen Vergleich war Deutschland als Exportnation besonders heftig von der Wirtschaftskrise betroffen. Für die 27 Mitgliedsstaaten der EU habe die Kommission in Brüssel einen Rückgang des BIP von 4,1 Prozent prognostiziert, für die USA einen Wert von 2,5 Prozent.

„Kaum spürbar“ waren die Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt, wie Egeler hervorhob. Die Zahl der Erwerbstätigen lag demnach 2009 bei 40,2 Millionen und damit auf der Höhe wie 2008 - „und das war ein Rekordjahr“. Die Unternehmen hätten ihre Mitarbeiter vielfach nicht entlassen, sondern die Arbeitszeit reduziert, durch Kurzarbeit, Abbau von Arbeitszeitkonten oder Kürzungen der Arbeitszeit.

Kehrseite der Medaille sei, dass damit die gesamtwirtschaftliche Produktivität „erheblich“ zurückging, wie Egeler sagte. Sie sei je Erwerbstätigen im Vergleich zu 2008 um 4,9 Prozent gesunken, je Arbeitsstunde um 2,2 Prozent.

Und erstmals seit der Wiedervereinigung seien damit auch die Bruttolöhne gesunken, und zwar um 0,4 Prozent, wie Egeler sagte. Die Nettolöhne gingen durchschnittlich um 0,9 Prozent zurück. Positiv sei aber, dass die Verbraucherpreise im Jahresschnitt nur um 0,4 Prozent gestiegen seien.

afp