Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft schrumpft zum Jahresende
Mehr Welt Wirtschaft Deutsche Wirtschaft schrumpft zum Jahresende
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:18 14.02.2013
Deutsche Unternehmen investierten deutlich weniger in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen. Quelle: dpa
Berlin

 Ein Schwächeanfall der deutschen Wirtschaft hat die Rezession im Euro-Raum verschärft. Sowohl in Deutschland als auch in der gesamten Währungsunion schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Oktober bis Dezember 2012 um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Einen solchen Rückgang hatte es seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Anfang 2009 nicht mehr gegeben. Während Konjunkturexperten Deutschland schon im ersten Quartal 2013 wieder in der Rolle der Konjunkturlokomotive sehen, lässt der lang ersehnte Aufschwung in der Euro-Zone weiter auf sich warten.

Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland ist auf die europäische Schuldenkrise und die schwache Weltwirtschaft zurückzuführen. Die Konjunkturflaute in anderen Ländern ließ die Exporte spürbar sinken, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Außerdem investierten die Unternehmen „deutlich weniger“ in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen. „Die hohe Unsicherheit in Europa hat die Investitionen gebremst“, sagte auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Außerdem gingen die Bauausgaben zurück – wenn auch geringfügig. „Das konnte durch steigende Konsumausgaben nicht ausgeglichen werden“, erklärte das Statistikamt.

Die Bundesregierung erwartet jedoch ebenso wie Ökonomen eine rasche Erholung. „Diese Schwächephase ist nur temporär“, meinte Rösler. Die deutsche Wirtschaft werde in diesem Jahr wieder wachsen. Volkswirte rechnen mit einem Wachstum von 0,2 Prozent im ersten Quartal. „Die Schuldenkrise ist deutlich abgeebbt, die Weltkonjunktur hat sich nach oben gedreht“, erklärte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Es handele sich um eine „Delle und nicht den Beginn einer langen Flaute oder gar einer Rezession“, sagte der Deutschland-Chefvolkswirt von UniCredit, Andreas Rees. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nimmt an, dass die Konjunktur schon im laufenden Quartal wieder ordentlich Fahrt aufnimmt. „Die Industrie hat das Tief durchschritten und ist gut in das Jahr gestartet“, erläuterte DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. Die Exporte hätten sich stabilisiert. Die Auftragseingänge seien wieder gestiegen.

Schlechter ist die Lage im gesamten Euro-Raum. Er schaffte im vergangenen Jahr in keinem Quartal ein Wirtschaftswachstum. Während die deutsche Wirtschaft 2012 trotz des schwachen Schlussquartals ein Plus von 0,7 Prozent erreichte, schrumpfte die Wirtschaftsleistung in der Währungsunion um 0,5 Prozent. „Die Rezession hat sich verschärft und beeinträchtigt Kernländer wie Deutschland“, sagte ING-Ökonom Carsten Breszki. Fast 40 Prozent der deutschen Exporte gehen in die anderen 16 Euro-Staaten.

Starke Einbußen in Südländern:
In Italien verringerte sich die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal um 0,9 Prozent und in Spanien um 0,7 Prozent. In Portugal ging sie sogar um 1,8 Prozent und in Zypern um ein Prozent zurück. Frankreich ließ ebenfalls Federn: Von Oktober bis Dezember sank dort das BIP nach Angaben des Pariser Statistikamtes Insee um 0,3 Prozent. Für dieses Jahr rechnet die EU-Kommission mit einem Miniplus von 0,1 Prozent in der Euro-Zone. „Ausgabenkürzungen und steigende Arbeitslosigkeit sorgen dafür, dass die Erholung ausgesprochen schwach ausfallen wird“, sagte Analyst Nick Kounis von ABN Amro. Deutschland dagegen traut der EU-Kommission ein Wachstum von 0,8 Prozent zu.

dpa/dapd

Es ist ein Geschäft mit ganz großen Namen und ganz großen Summen: US-Starinvestor übernimmt zusammen mit einem Partner den Ketchup-König H.J. Heinz. Es ist eine der größten Übernahmen in der Lebensmittel-Branche überhaupt.

14.02.2013

Europas größter Reisekonzern rutscht weiter in die roten Zahlen. Der künftige TUI-Chef Friedrich Joussen hat auf der Hauptversammlung in Hannover deshalb harte Einschnitte angekündigt – er will das Unternehmen kräftig umbauen.

13.02.2013

Der französische Autobauer PSA Peugeor Citroën hat im vergangenen Jahr mit fünf Milliarden Euro den höchsten Netto-Verlust seiner Geschichte verzeichnet. Vor allem in Südeuropa hat PSA erhebliche Absatzprobleme.

13.02.2013