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Wirtschaft Deutsche Telekom zieht sich aus den USA zurück
Mehr Welt Wirtschaft Deutsche Telekom zieht sich aus den USA zurück
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20:32 21.03.2011
Erleichtert: René Obermann (links) hat mit AT&T-Chef Randall Stephenson einen Käufer für sein problembehaftetes US-Geschäft gefunden. Quelle: dpa
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Das radikale Ende des vor elf Jahren vom damaligen Telekom-Chef Ron Sommer gestarteten US-Abenteuers ist der Abschied von einem großen Unsicherheitsfaktor.

Analysten kommentierten den Verkauf mit Erleichterung: „Eine kleinere Telekom ist mir lieber als eine große, die den Bach runtergeht“, sagte Commerzbank-Telekomanalystin Heike Pauls. Rückläufige Kundenzahlen und eine lange Zeit schlechte Netzabdeckung hatten aus dem einstigen Wachstumsmotor T-Mobile USA einen Sanierungsfall gemacht. Telekom-Finanzchef Timotheus Höttges sagte am Montag, in den Augen vieler Investoren sei das Geschäft in den USA zu einem großen Risiko geworden.

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Anleger griffen nach Bekanntwerden des Verkaufs begeistert zur T-Aktie. Durch den Kurssprung um zeitweise bis zu 16 Prozent auf 11,15 Euro wuchs der Wert des Konzerns um fast 7 Milliarden Euro. Das entspricht in etwa dem Börsenwert der Lufthansa. Die T-Aktie verbuchte das größte Tagesplus seit dem Börsengang 1996.

Das Telekom-Management will nun auf sicherem Terrain bleiben. Mit einer wesentlich kleineren Telekom kann der Manager gut leben: „Schiere Größe allein ist kein erstrebenswertes Ziel für ein Unternehmen.“ Im US-Markt erzielte die Telekom bisher ein Viertel des Gesamtumsatzes. Der Finanzchef kündigte an, der Konzern beschränke sich auf Europa und plane keinen Sprung in wachstumsstarke Schwellenländer. „Wir haben keine Pläne, nach Afrika oder Asien vorzustoßen.“

Vielmehr wolle der Konzern den neu gewonnenen finanziellen Spielraum nutzen, um mit Produkten wie dem eigenen Telekom-Fernsehen oder superschnellen Datenleitungen aus Glasfasern mehr Kunden zu gewinnen. „Wir sehen insbesondere in Süd- und Osteuropa großes Wachstum“, sagte Höttges. Die Telekom hat dort bereits Töchter. Die leiden allerdings mehr oder minder unter der angespannten Wirtschaftslage in der Region.

r.