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18:07 10.11.2013
Foto: Die Telekom arbeitet nach der NSA-Spionageaffäre an einer Allianz für ein innerdeutsches Internet.
Die Telekom arbeitet nach der NSA-Spionageaffäre an einer Allianz für ein innerdeutsches Internet. Quelle: dpa
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Bonn/Berlin

Die Telekom arbeitet nach der NSA-Spionageaffäre an einer Allianz für ein innerdeutsches Internet. Damit soll erreicht werden, dass bestimmte Daten Deutschland oder Europa nicht verlassen. „Es laufen Gespräche mit diversen möglichen Partnern“, sagte ein Sprecher der Deutschen Telekom am Sonntag und bestätigte einen Bericht des Magazins „Der Spiegel“. Dabei gehe es zum Beispiel um Netzbetreiber, deren Unterstützung für ein solches Projekt notwendig sei. Zum Stand der Gespräche äußerte sich der Sprecher nicht.

Vor allem nach Bekanntwerden der Internet-Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA kamen immer mehr Gedankenspiele für ein innerdeutsches oder europäisches Internet auf. Die Idee dabei ist, dass der Datenverkehr zwischen Punkten in Deutschland oder Europa nicht die regionalen Grenzen überschreitet. In Europa wurde etwa ein „Schengen-Routing“ mit Ländern des freien Grenzverkehrs ins Gespräch gebracht. Dabei bliebe Großbritannien außen vor, wo der Geheimdienst GHCQ gemeinsam mit der NSA Daten aus Glasfaser-Leitungen abfischen soll. Derzeit können Daten zum Teil über verschiedene Kontinente fließen.

Es müssen viele Probleme geklärt werden

Wie weit die Umsetzung der Überlegungen vorangekommen ist, bleibt bisher unklar. Es müssten viele Probleme geklärt werden, die von rechtlichen Fragen bis zu geschäftlichen Grundlagen reichen. Die Telekom hofft dem „Spiegel“ zufolge auch auf Unterstützung durch die neue Bundesregierung. Bisher gibt es das Projekt „E-Mail made in Germany“, bei dem die Deutsche Telekom, United Internet (Web.de und GMX) sowie Freenet die Daten innerhalb nationaler Grenzen fließen lassen wollen. Zudem geht demnächst ein von der Telekom und anderen Herstellern entwickelter Sicherheitsfilter an den Start, der Firmen vor Cyberangriffen schützen soll.

Das Produkt „Clean Pipe“ richte sich an Geschäftskunden und biete einen Schutzschild gegen Bedrohungen aus dem Internet, erklärte die Telekom. Sensible Komponenten vom Internet-Router bis zum „Cloud Computing“ stammten von deutschen Anbietern. Es gehe um die Abwehr von Wirtschaftsspionage und allgemeiner Internetkriminalität. Die Telekom habe „Clean Pipe“ mit dem Unternehmen Lancom Systems (Würselen bei Aachen) entwickelt. Der Filter soll am heutigen Montag in Bonn bei einem von der Telekom organisierten IT-Sicherheitsgipfel vorgestellt werden. Der Marktstart solle bei der CeBIT 2014 in Hannover sein, hieß es.

dpa

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