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Wirtschaft Deutsche Telekom macht Milliardenverlust
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12:09 28.02.2013
Die Deutsche Telekom hat im vergangenen Jahr ein Minus von mehr als 5 Milliarden Euro gemacht. Quelle: dpa
Bonn

Milliardenschwere Abschreibungen in den USA haben der Deutschen Telekom im vergangenen Jahr mit mehr als 5 Milliarden Euro einen der höchsten Verluste in der Firmengeschichte beschert. Das Unternehmen habe dennoch seine Finanzziele erreicht, teilte die Telekom am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz in Bonn mit. Der Fehlbetrag sei nicht das, was er im Namen trägt, erklärte Vorstandschef René Obermann, der am Jahresende nach mehr als sieben Jahren das Unternehmen verlassen wird.

In der Folge der Fusion der US-Tochter T-Mobile mit dem kleineren Wettbewerber MetroPCS hatten die Bonner im Herbst vergangenen Jahres den Firmenwert der Gesellschaft um mehr als 7 Milliarden Euro nach unten korrigiert. Die Abschreibung riss ein entsprechendes Loch von 5,3 Milliarden Euro im Nettoergebnis, ohne die Liquidität zu beeinträchtigen. „Uns fehlen keine Mittel, um die Entwicklung des Konzerns voranzutreiben“, beteuerte Obermann. So sollen die T-Aktionäre auch für 2012 weiterhin mit einer stabilen Dividende von 0,70 Euro je Aktie bedacht werden.

Den Umsatz hielt der Bonner Konzern, der am Jahresende weltweit rund 230.000 Menschen beschäftigte, mit 58,2 Milliarden Euro nahezu konstant. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erwirtschaftete die Telekom 18 Milliarden Euro, ein Rückgang von knapp vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im deutschen Geschäft stemmt sich der Konzern mit aller Macht gegen weitere Geschäftseinbußen. Die Erlöse im Mobilfunk und Festnetz verringerten sich zwar um 2 Prozent, wurden aber im Vergleich zu 2011 halbiert. Weiter rückläufig sind auch die Anschlussverluste im klassischen Festnetz, wo die Telekom in den vergangenen Jahren erhebliche Anteile an die Wettbewerber verlor.

Im mobilen Internet, einem der wichtigsten Wachstumsmärkte der kommenden Jahre, verzeichnete die Telekom 2012 ein Umsatzplus von fast 20 Prozent auf 2 Milliarden Euro. Erste Anzeichen einer Trendwende gibt es im US-Geschäft. Zum ersten Mal seit 2011 sei dort die Anzahl der Kunden wieder leicht gestiegen, nämlich um 200.000 auf 33,4 Millionen.

Dieses Plus ging allerdings hauptsächlich auf Zuwächse im weniger lukrativen Prepaid-Geschäft zurück. Nach wie vor verlassen Vertragskunden in Scharen den landesweit viertgrößten Anbieter: Im gesamten Jahr waren es immerhin 2 Millionen. Die Telekom hofft, auch hier mit der Vermarktung des Apple-Handys iphone im Laufe dieses Jahres die Einbußen zu stoppen.

Obermann hatte im Dezember überraschend angekündigt, die Telekom Ende 2013 zu verlassen. Sein Nachfolger steht bereits fest: Finanzvorstand Timotheus Höttges. Die Motive seines Rückzugs sind nicht ganz klar. Der Manager betonte, dass er wieder im operativen Geschäft und näher am Kunden arbeiten möchte. 

dpa

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