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Wirtschaft Deutsche Banken benötigen weniger frisches Kapital als befürchtet
Mehr Welt Wirtschaft Deutsche Banken benötigen weniger frisches Kapital als befürchtet
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20:32 24.10.2011
Foto: Die Frankfurter Banken können einen größeren Forderungsverzicht auf griechische Staatsanleihen  offenbar ohne Probleme überstehen.
Die Frankfurter Banken können einen größeren Forderungsverzicht auf griechische Staatsanleihen offenbar ohne Probleme überstehen. Quelle: dpa
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Frankfurt

Sollte der Kapitalbedarf der deutschen Banken nur im mittleren einstelligen Milliardenbereich liegen, könnten die Häuser das ohne Staatshilfe stemmen, hieß es. Dem Vernehmen nach braucht die Deutsche Bank bis Juni 2012 allein etwa rund 2 Milliarden Euro. Auch die Commerzbank und die DZ Bank müssten ihre Kapitalpuffer aufstocken, verlautete aus Bankenkreisen. Ob auch Landesbanken betroffen sind, die in der Finanzkrise mit Milliardensummen gestützt werden mussten, blieb am Montag offen. Die kleineren Landesbanken würden wohl nicht als systemrelevant eingestuft und deshalb außen vor gelassen, hieß es. Offiziell äußerte sich bislang keine der Banken zu dem Thema.

Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten sich auf ihrem Gipfel in Brüssel grundsätzlich auf einen Kapitalisierungsplan für Europas größte 60 Geldhäuser verständigt. Voraussichtlich bis Juni sollen sie auf eine Kernkapitalquote von 9 Prozent kommen – und bräuchten dafür insgesamt rund 100 Milliarden Euro. Nur wenn sie die Mittel nicht selbst aufbringen können, soll erneut der Steuerzahler einspringen.

Auch die französischen Banken, allesamt sehr stark im hoch verschuldeten Griechenland engagiert, kämen wohl mit einem blauen Auge davon. Frankreichs Notenbankchef Christian Noyer sprach am Montag von einem Kapitalbedarf von weniger als 10 Milliarden Euro, was ebenfalls ohne staatliche Hilfe zu schaffen sei.

Am stärksten träfe es Analysten zufolge wohl die Banken in den Schuldenstaaten selbst: Für griechische Institute etwa errechneten Experten einen Kapitalbedarf von 30 Milliarden Euro, für spanische wären es wohl 15 Milliarden, hieß es.

Mit der Kapitalaufstockung sollen die Banken auch eine Pleite Griechenlands und deren Folgen überstehen können. Noch geht es nur um einen größeren Forderungsverzicht der privaten Gläubiger auf griechische Staatsanleihen, wie er von der Politik gefordert wird. Hier zeichnet sich ein Entgegenkommen der Banken ab. Alles laufe auf einen Schuldenschnitt von bis zu 50 Prozent hinaus, hieß es. VÖB-Präsident Brand sprach davon, dass mehr als die im Juli vereinbarten 21 Prozent möglich seien – aber unter Bedingungen: Die Staaten müssten die Schuldenkrise bei der Wurzel packen und dürften den Banken nicht länger den schwarzen Peter zuschieben.

Alexander Hübner