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Wirtschaft Deutsche Bank rutscht im dritten Quartal in die roten Zahlen
Mehr Welt Wirtschaft Deutsche Bank rutscht im dritten Quartal in die roten Zahlen
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20:43 27.10.2010
Die Postbank-Übernahme hat bei der Deutschen Bank für Verlust gesorgt.
Die Postbank-Übernahme hat bei der Deutschen Bank für Verlust gesorgt. Quelle: dpa
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Ohne diese Effekte in Höhe von 2,3 Milliarden Euro hätte die Bank einen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro eingefahren. Damit konnte die Bank an die Milliardengewinne in den ersten beiden Quartalen des Jahres anknüpfen.
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gab sich mit dem jüngsten Ergebnis denn auch sichtlich zufrieden. „Die Ergebnisse des dritten Quartals zeigen einmal mehr, dass sich unser Geschäftsmodell auch in weiterhin schwierigen Märkten und einem herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld als sehr robust erwiesen hat.“

Finanzvorstand Stefan Krause betonte, das dritte Quartal sei ein „Meilenstein“ für die Bank gewesen. Man habe nicht nur die Postbank-Belastung weggesteckt, sondern auch die größte Kapitalerhöhung der Geschichte erfolgreich abgeschlossen und sich so nun sowohl für die Übernahme als auch für die anstehende Verschärfung der Eigenkapitalanforderungen bestens gerüstet. „Wir rechnen aus heutiger Sicht damit, dass wir bereits Anfang 2013 die eigentlich erst für 2019 geplanten Vorgaben erfüllen werden“, schreibt Ackermann in dem Zwischenbericht. Bisher hatte der Deutsche-Bank-Chef noch von Ende 2013 als Zielmarke für das Erreichen der neuen Eigenkapitalvorschriften gesprochen.

Die wirtschaftliche Erholung kommt der Deutschen Bank in all ihren Geschäftsfeldern entgegen. Das Investmentbanking – traditionell Ertragsbringer Nummer eins – zeigte sich sogar unerwartet widerstandsfähig. Nach zwei schwachen Sommermonaten habe sich der Handel erholt, erklärte die Bank.

Während Konkurrenten mit teilweise zweistelligen Einbrüchen zu kämpfen hatten, steigerte die Nummer eins in Deutschland den Spartengewinn vor Steuern um 12 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Vor allem der Handel mit Anleihen, in dem die Bank besonders stark ist, holte die Kastanien aus dem Feuer – das klassische Beratungsgeschäft plätschert hingegen eher vor sich hin. Den letzten Kick gab der Sparte ein dreistelliger Millionengewinn aus dem Verkauf eines Aktienpakets des Axel Springer Verlags.

Doch auch im Privatkundengeschäft, das der Branchenprimus durch die Postbank-Übernahme weiter stärken will, läuft es so gut wie selten zuvor. Trotz einer Belastung von 52 Millionen Euro durch die Übernahme der Privatbank Sal. Oppenheim kletterte der Vorsteuergewinn der Sparte gegenüber dem Vorjahreszeitraum allein im dritten Quartal um 96 auf 245 Millionen Euro.

Finanzvorstand Krause zeigte sich auch für den Rest des Jahres zuversichtlich. Trotz der verschärften Eigenkapitalregeln wolle die Bank „so schnell wie möglich“ wieder die gewohnten 30 bis 40 Prozent des Nettogewinns an die Aktionäre ausschütten. Viele andere Banken müssen dagegen wegen der „Basel-III“-Regeln“ vermutlich jahrelang Gewinne einbehalten. Ackermann zeigte sich für die weitere Entwicklung gelassen. „Wir rechnen aus heutiger Sicht damit, dass wir bereits Anfang 2013 die eigentlich erst für 2019 geplanten Vorgaben erfüllen werden“, sagte er. Mitte September hatte er noch von Ende 2013 gesprochen.

Klaus Dieter Oehler