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Wirtschaft Den ganzen Dax auf einen Rutsch
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19:40 21.06.2009
Anleger entdecken zunehmend börsengehandelte Indexfonds für sich. Quelle: ddp

Der Grund für den Erfolg dieser Produkte, auch ETF (für Exchange-traded Funds) genannt, ist einfach zu verstehen. Denn die Anbieter, zu denen neben dem weltweiten Marktführer iShares etwa DB x-trackers (Deutsche Bank), Lyxor und ETFlab (Dekabank) zählen, sind in etwa so etwas wie Aldi oder Lidl für die Fondsbranche. Sie bieten Produkte an, die ähnliche Qualität versprechen wie herkömmliche Aktienfonds, verzichten dabei aber auf üppiges Management und sind so billiger als die Konkurrenten. Und ganz wie Discounter im Lebensmittelmarkt in den vergangenen Jahren an Boden gut gemacht haben, lässt sich dies auch in der Fondsbranche beobachten. Der ETF-Markt wird nach Einschätzung der Deutschen Bank in Europa von 113 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf 150 Milliarden Euro bis Ende kommenden Jahres zulegen.

Bei kaum einem Anlagethema herrscht so viel Einigkeit zwischen Verbraucherschützern und Anlageexperten wie beim Thema ETF. „Grundsätzlich sollten ETF erste Wahl sein, wenn man in Aktien investieren will, aber keine einzelnen Werte kaufen möchte“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Alexander Seibold, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Dr. Seibold Capital in Gmund am Tegernsee, hat wie viele professionelle Geldverwalter ETF lieb gewonnen. „Diese Fonds sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Vermögensprozesses“, sagt Seibold. „Wir lieben die Schnelligkeit, mit der sich dank der niedrigen Gebühren Anlagestrategien umsetzen lassen.“

Während bei herkömmlichen Aktienfonds Manager versuchen, durch die Auswahl gewisser Aktien beispielsweise besser abzuschneiden als der Leitindex Dax, verfolgt der ETF nur ein Ziel: Die Entwicklung des Dax (oder irgendeines anderen Indexes) möglichst 1:1 abzubilden. Für den Anleger bietet das einige Vorteile. Er kann bereits für wenige Euro ein breit gestreutes Investment aufbauen. Er kann die Anteile jederzeit über die Börse kaufen und verkaufen,und zur Verfolgung des ETF-Preises reicht in der Regel ein Blick auf den gewählten Index, den der Fonds abbildet.

Die ETF-Gebühren sind mit etwa 0,2 bis 0,5 Prozent des Anlagebetrags in der Regel deutlich geringer als bei Aktienfonds, die schon mal bis zu 2 Prozent jährlich verlangen. Allerdings gibt es Aktienfonds, die für diese Gebühr auch wesentlich besser als ein gewählter Vergleichsindex abschneiden. Diese Chance gibt der ETF-Anleger auf .

„Die Zahl der klassischen Aktienfonds, die ihre Vergleichsmarke schlagen, ist recht niedrig“, sagt Finanzexperte Nauhauser. Manche Studien kommen zum Ergebnis, dass auf mittlere Sicht 80 Prozent dieses Ziel verfehlen. ETF gelten vor allem dann als empfehlenswert, wenn sie in einen breiten und nicht exotischen Index investierten. Mittlerweile gibt es aber auch relativ spezielle ETF, die etwa einzelne Länder wie Vietnam oder Branchen wie Banktitel abbilden. Bei diesen liegen allerdings die Kosten oft auch höher als bei den meistverkauften ETF auf den Dax oder den europäischen EuroStoxx 50. Und sie folgen den Indizes nicht immer sehr exakt.

Wie Aktienfonds bieten auch börsengehandelte Indexfonds einen Vorteil gegenüber Zertifikaten. Sie werden als Sondervermögen verwaltet und so erhält der Anleger im Falle der Insolvenz des ETF-Anbieters die dem Fonds zugrunde liegenden Werte und verliert nicht sein gesamtes eingesetztes Kapital. Es besteht allerdings die Möglichkeit, einen Teil einzubüßen, da viele ETF-Anbieter ihre Aktienpakete mit Hilfe von Finanzprodukten bei anderen Banken absichern. Geht solch ein Absicherungspartner pleite, sieht der Anleger maximal ein Zehntel seiner Anlage nicht wieder.

Wie die einzelnen Anbieter ihre ETF genau ausgestalten, ist ihnen weitgehend selbst überlassen. So müssen etwa in einem Dax-Indexfonds nicht unbedingt Dax-Titel stecken. Es können sogar Aktien aus Japan oder Großbritannien enthalten sein. Durch solche Anlageentscheidungen versucht etwa DB x-trackers, in anderen Ländern anfallende Dividenden steuereffizienter einzustreichen oder die Zahl der Transaktionen niedrig zu halten, da jede Auflösung einer Position Geld kostet. „Diese Struktur ist der beste Weg, um niedrige Gebühren möglich zu machen“, meint Simon Klein, Vertriebschef bei DB x-trackers.

Die genaue Zusammensetzung der ETF veröffentlicht das Unternehmen regelmäßig – ganz wie die Konkurrenten auch. „Wir zeigen den Kunden, was sie kaufen“, sagt Klein. Die oft komplexe Konstruktion der Indexfonds müsse Anleger tatsächlich nicht beunruhigen, meint Verbraucherschützer Nauhauser. „Aus Anlegersicht ist entscheidend, wie sich der Gesamtwert entwickelt.“

Privatanlegern werden ETF-Fonds von Banken oder Vermittlern weniger gerne angeboten als herkömmliche Fonds, da auch weniger Provisionen anfallen. Daher bietet sich der Einstieg per Kauf an der Börse etwa über eine Direktbank an, sollte der Anleger sich für einen Kauf von Aktien in Form eines Indexfonds interessieren.

Viele Online-Banken bieten mittlerweile auch Sparpläne an, bei denen monatlich ab etwa 50 Euro regelmäßig in ETF investiert werden kann. Wer der preisgünstigste Anbieter ist, hängt dabei von der gewählten Sparrate ab. Denn während einige Banken für den Service des ETF-Sparens eine pauschale Gebühr pro Transaktion verlangen, schlagen andere einen gewissen Prozentsatz auf. Die Fondsanbieter hoffen dadurch, den Anteil der Privatanleger am gesamten ETF-Geschäft von gegenwärtig etwa 10Prozent deutlich steigern zu können. „Sparpläne sind ein Trend der sich verstärken wird“, so Manager Klein.

von Martin Dowideit

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