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00:23 25.09.2015
Der Mix an Schadstoffen wird nicht ermittelt: Jihad Zreika von der Dekra-Niederlassung Hannover beim Abgastest.
Der Mix an Schadstoffen wird nicht ermittelt: Jihad Zreika von der Dekra-Niederlassung Hannover beim Abgastest. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Elf Millionen Autos weltweit sollen von der Abgas-Affäre bei VW betroffen sein - da kann mancher Autofahrer in Deutschland schon auf die Idee kommen: Ist mein Auto auch darunter? Die Vierzylinder-Dieselmotoren stecken auch in Autos in Deutschland, Konsequenzen müssten die Autobesitzer hierzulande allerdings wohl nicht befürchten. Betroffen von der Manipulation ist nach VW-Angaben ein Motor vom Typ EA 189; ein Motor, der nicht nur in VW-Modellen verbaut ist, sondern auch in Autos der Töchter Audi, Seat oder Skoda.

Es gilt als wahrscheinlich, dass Volkswagen die Abgaswerte in den USA manipuliert hat, um auf dem dortigen Markt überhaupt erst die Zulassung für die betreffenden Modelle zu bekommen. Denn die Grenzwerte für den Schadstoffausstoß in den USA sind strenger als in Europa. Wobei erschwerend hinzukommt, dass die Vorschriften von US-Staat zu US-Staat unterschiedlich sind, sodass Durchschnittsangaben etwa zu Stickoxiden schwierig sind. Kalifornien beispielsweise hat besonders strenge Abgasregeln und gilt international als Vorreiter.

Wer nun in den nächsten Tagen einen Diesel zur Abgasuntersuchung beim TÜV oder bei der Dekra fährt, muss sich aber keine Sorgen machen. Anders als in den USA wird in Deutschland nicht der Mix an Schadstoffen ermittelt, wie Uwe Töllner erklärt, der stellvertretende Niederlassungsleiter der Dekra Hannover. „Die herkömmlichen Abgastests ermitteln den Rußpartikelausstoß. Den Einzelanteil an Kohlenstoffdioxid, Stickstoff und anderen Schadstoffen im Abgas können wir in unseren Untersuchungen und Tests nicht feststellen.“

Bei älteren Autos wird eine Sonde in den Auspuff eingelegt, die misst, wie viel Ruß ein Fahrzeug freisetzt. Bei neueren Modellen prüft ein Testcomputer alle mit der Abgasanlage verbundenen Steuergeräte auf abgelegte Fehler, wie Töllner weiter erläutert. Nur wenn der Computer tatsächlich einen Fehler feststelle, werde mit der Sonde direkt am Auspuff nachgemessen.

Besorgte Anrufe von Autofahrern, die sich nach Bekanntwerden der Manipulationen von Volkswagen über mögliche Konsequenzen informieren wollen, hat Töllner bei der Dekra nicht festgestellt. Vielleicht, so mutmaßt er, „bringen die Kunden die Nachrichten aus Amerika nicht mit den Autos hier in Verbindung“.

Von Leandra Kristin Morich und Hannes Breustedt

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