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10:02 06.02.2013
Von Alexander Dahl
„Im Kern geht es da nun mal um einen Neubau“: Das Berliner Schloss soll im Jahr 2017 fertig sein. Quelle: dpa
Hannover/Berlin

Vielleicht klappt es ja demnächst besser, wenn es darum geht, inmitten der Hauptstadt das Berliner Schloss neu zu errichten. Bei diesem Vorhaben bekommen die Berliner Hilfe aus Hannover: Der Auftrag ging soeben an die Firma Hochtief Solutions Rohbau/Industriebau, eine Tochtergesellschaft des Essener Baukonzerns Hochtief mit Sitz in Hannover. „Es ist schön, dass wir nun den Rohbauauftrag erfolgreich und innerhalb des Budgets unter Dach und Fach haben“, sagte Manfred Rettig, Vorstand der Stiftung Berliner Schloss, am Dienstag der HAZ.

Am Sitz von Hochtief Solutions Rohbau/Industriebau in Hannover freut man sich jetzt, einmal mehr mit neuen deutschen Schlossherren ins Geschäft zu kommen: Beim Schloss Herrenhausen wurde Hochtief Solutions mit dem Gebäudemanagement beauftragt.

In Berlin werden die hannoverschen Schlossexperten für den Rohbau zuständig sein. Dass es letztlich um eine Wiederherstellung der ehemaligen Stadtresidenz der preußischen Könige geht, interessiert die Planer in ihrem nüchternen modernen Bürokomplex in der hannoverschen Podbielskistraße vorläufig nur am Rande.

„Im Kern geht es da nun mal um einen Neubau“, heißt es bei Hochtief. Und damit auch alles schön stabil wird, kommen, ganz schnörkellos, erst mal massenhaft Beton und Stahl zum Einsatz. Bereits Anfang März lässt Hochtief die Bagger auf das riesige Areal unweit des Berliner Doms rollen. Im zweiten Halbjahr 2015 soll der Rohbau fertig sein; knapp 50 Millionen Euro sollen dann im märkischen Sand verbaut sein. Was später einmal von außen mit stuckverzierter Sandsteinfassade an den Prunk des 18.  Jahrhunderts erinnert, wird im Inneren alle modernen Vorgaben erfüllen. Hochtief will die strengen Grenzen der Energieeinsparverordnung sogar noch um 30 Prozent unterschreiten. Zum Heizen soll Erdwärmetechnologie installiert werden.

Das Berliner Schloss war im Herbst 1950 gesprengt worden – als Ausdruck des Machtwillens der damaligen kommunistischen Führung in Ost-Berlin. Nie wieder sollte an eine Monarchie auch nur erinnert werden. Die Sprengungen erwiesen sich als mühselig und langwierig. Erst nach Monaten war der „Hort der preußischen Reaktion“, wie SED-Chef Walter Ulbricht wetterte, dem Erdboden gleichgemacht.

Als bauliche Originale stehen nur noch Kellerräume zur Verfügung – die die Experten von Hochtief in den Bau der neuen Fundamente integrieren wollen. Ob der gesamte Bau wirklich bis 2017 fertig wird, weiß naturgemäß niemand. Die Hannoveraner aber sind entschlossen, den Rohbau 2015 zu übergeben.

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