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Wirtschaft Daimler verlagert C-Klasse-Produktion nach Bremen
Mehr Welt Wirtschaft Daimler verlagert C-Klasse-Produktion nach Bremen
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11:54 02.12.2009
Daimler will die Mercedes-C- Klasse künftig in Bremen bauen.
Daimler will die Mercedes-C- Klasse künftig in Bremen bauen. Quelle: ddp
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Das teilte Daimler am Mittwoch in Stuttgart mit. Auch im Sindelfinger Werk soll die Beschäftigung erhalten bleiben, da im Gegenzug die SL-Montage dorthin verlagert wird. Zusätzlich soll die C-Klasse im US-Werk in Tuscaloosa gefertigt werden.

Nach Angaben von Daimler soll Bremen künftig zum Kompetenzzentrum für die C-Klasse ausgebaut werden. Demnach wird die volumenstarke C-Klasse künftig zu 60 Prozent in Bremen, zu 20 Prozent in Tuscaloosa, zu 10 Prozent in China und zu 10 Prozent in Südafrika gebaut.

Den Abzug der SL-Produktion aus Bremen begründet das Unternehmen damit, dass auf das Bremer Werk ab 2014 durch die C-Klasse-Produktion für den europäischen Markt ein etwa 20 Prozent höheres Produktionsvolumen zukomme. Durch diese erweiterte Produktion sei die Beschäftigung für die Mitarbeiter in Bremen langfristig gesichert.

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche machte klar, dass die Entscheidung aus strategisch-wirtschaftlicher Sicht unabdingbar gewesen sei, „damit wir mit Mercedes-Benz auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben und die Wachstumschancen nutzen können“. So werde das Unternehmen mit der Entscheidung, die C-Klasse zukünftig noch marktnäher zu produzieren, unabhängiger von Wechselkursen, optimiere die Profitabilität in einem preissensiblen Segment und könne noch flexibler und schneller auf regionale Kundenwünsche eingehen.

Zetsche fügte hinzu: „Unsere Entscheidung hilft auch, die Beschäftigung an unseren deutschen Standorten nachhaltig zu sichern. Der Standort Deutschland ist und bleibt dabei das Herz unseres Produktionsverbunds.“ Der Daimler-Chef hatte einen Stellenabbau zuletzt ausgeschlossen.

Der Betriebsrat des Bremer Werks reagierte verhalten auf die Entscheidung des Unternehmens. „Wir sind froh, dass wir mit einem blauen Auge davon gekommen sind“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Uwe Werner. Eine „Wunschkonstellation“ wäre allerdings gewesen, dass die SL-Produktion in Bremen bleibt und die C-Klasse weiterhin in Sindelfingen gebaut wird. Nun sei man in Bremen mit der Produktion der C-Klasse stärker den Marktschwankungen ausgesetzt.

Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) zeigte sich erleichtert über die Entscheidung von Daimler. Die Verlagerung der C-Klasse-Produktion nach Bremen sei eine „Anerkennung für die hervorragende Arbeit“, die in Bremen geleistet werde. Die Signale von Daimler seien nicht nur wichtige Nachrichten für den Mercedes-Standort, sondern für die gesamte Region im Nordwesten, fügte er hinzu. Böhrnsen hatte sich vor der Entscheidung des Unternehmens mit anderen Bürgermeisterkollegen in der Region für den Erhalt der Arbeitsplätze am Standort Bremen eingesetzt. Im Bremer Mercedes-Werk sind derzeit rund 13.000 Menschen beschäftigt.

ddp