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Wirtschaft DHL verschickt wieder Quelle-Produkte
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17:29 30.10.2009
DHL  hat den Versand von Waren des insolventen Versandhändlers Quelle  offenbar vorerst gestoppt.
DHL hat den Versand von Waren des insolventen Versandhändlers Quelle offenbar vorerst gestoppt. Quelle: ddp
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Eine Post-Sprecherin sagte, in Gesprächen mit dem Insolvenzverwalter sei sichergestellt worden, dass die DHL-Leistungen bezahlt werden. Der Service werde jetzt wieder hochgefahren, und DHL werde dann wie gewohnt die Leistungen für Quelle erbringen.

Wegen einer ausstehenden Zahlungsanweisung von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg würden sich im Retourenlager in Fürth Tausende Pakete stapeln, hatte die „Bild“-Zeitung (Nürnberger Freitagausgabe) zuvor berichtet. DHL und Quelle hatten eine schnelle Lösung des Problems in Aussicht gestellt. Anfang kommender Woche soll der Ausverkauf bei Quelle mit rund 18 Millionen Waren beginnen.

Derweil droht Quelle erneut ein massiver Engpass bei der Finanzierung des laufenden Geschäfts. Die Banken Valovis, Commerzbank sowie die Landesbank BayernLB haben abrupt ihr Engagement beendet, sagte Robert Gogarten, der Vorstandsvorsitzende der Valovis-Bank, der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagausgabe). „Mit Bekanntgabe der Liquidation von Quelle am Abend des 19. Oktober war für uns Schluss.“

Der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires sagte Gogarten, für das Factoring, in dessen Rahmen die Banken Kundenverbindlichkeiten über einen Zeitraum von bis zu 18 Monaten für Quelle vorfinanziert haben, gebe es keine Grundlage mehr. Denn gemäß dem Liquidierungsbeschluss des Insolvenzverwalters müssten Kunden der Quelle nun innerhalb von 14 Tagen ihre Ware bezahlen, so Gogarten weiter. Commerzbank und BayernLB wollten sich dazu nicht äußern.

Nun könnte Quelle bei der Bezahlung von Rechnungen in Schwierigkeiten geraten, wie aus einem Schreiben des Versandhauses an Lieferanten hervorgeht, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Dadurch werde Quelle „absehbar in eine sehr kritische Liquiditätssituation geraten“. Der Insolvenzverwalter prüfe daher, ob er einen Antrag auf Masseunzulänglichkeit beim zuständigen Insolvenzgericht stellen müsse, steht in dem Schreiben. Auch werde „geprüft, ob die laufenden Bestellungen bezahlt werden können“.

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters bestätigte der Zeitung die Echtheit des Schreibens. Es sei „rein vorsorglich verschickt worden“. Im Brief heißt es, man gehe davon aus, „dass die Liquiditätsunterdeckung nur vorübergehender Natur“ sein werde.

ddp