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Wirtschaft Continental schreibt wieder schwarze Zahlen
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10:25 28.04.2010
Der Conti-Umsatz legte in den ersten drei Monaten des Jahres von 4,3 Milliarden auf knapp 6 Milliarden Euro zu.
Der Conti-Umsatz legte in den ersten drei Monaten des Jahres von 4,3 Milliarden auf knapp 6 Milliarden Euro zu. Quelle: dpa
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Der Automobilzulieferer Continental hat im ersten Quartal die Wende geschafft und ein dickes Plus eingefahren. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 494 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte. In der von der Branchenkrise geprägten Vorjahresperiode hatten die Hannoveraner einen operativen Fehlbetrag von 165 Millionen Euro verbucht.

Der Umsatz legte in den ersten drei Monaten des Jahres ebenfalls kräftig von 4,3 Milliarden auf knapp 6 Milliarden Euro zu. Die Conti-Papiere starteten mit einem Aufschlag von gut zwei Prozent in den Handel.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Conti-Chef Elmar Degenhart die Prognosen. Der Umsatz solle um mindestens fünf Prozent wachsen. „Sollten sich die Märkte weiterhin so positiv entwickeln wie bisher, haben wir sogar die Chance, den Umsatz um bis zu zehn Prozent zu steigern“, sagte Degenhart am Tag der Hauptversammlung des MDax-Konzerns. Das operative Ergebnis soll 2010 auf bereinigter Basis den Vorjahreswert von 1,17 Milliarden Euro deutlich übersteigen. Conti bereinigt nach dem Zukauf der ehemaligen Siemens Sparte VDO unter anderem um Abschreibungen auf den Unternehmenswert.

Früheren Angaben Degenharts zufolge soll das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 2010 wieder positiv ausfallen. Im vergangenen Jahr war aufgrund von Sonderbelastungen in Milliardenhöhe wegen der Abschreibungen sowie Aufwendungen für Werksschließungen ein operativer Fehlbetrag von über eine Milliarde Euro angefallen. Im laufenden Jahr auch unterm Strich schwarze Zahlen zu erzielen, bedeute aber eine „erhebliche Anspannung für das Unternehmen“.

Zum positiven Ergebnis im ersten Quartal trugen beide Sparten bei, das Geschäft mit Reifen und Schläuchen sowie mit Sicherheitssystemen, Fahrzeugelektronik und Innenausstattungen. Dabei wies das Reifengeschäft erneut besonders hohe Margen auf.

Im vergangenen Jahr waren die Konzernerlöse um 17 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro gesunken. Unterm Strich betrug das Minus 1,65 Milliarden Euro. Conti plant weder für das vergangene noch für das laufende Jahr eine Dividende. Nach der im Januar durchgeführten Kapitalerhöhung von rund einer Milliarde Euro liegt die Nettoverschuldung des Konzerns letzten Angaben zufolge noch bei rund 7,8 Milliarden Euro. Der Konzern will noch im ersten Halbjahr 2010 eine hochverzinsliche Anleihe von bis zu zwei Milliarden Euro begeben.

Laut einem Zeitungsbericht lässt Conti-Chefkontrolleur Wolfgang Reitzle derzeit die Leistung seiner Aufsichtsratskollegen überprüfen. Der im Fachjargon genannte „Board-Review“ biete dem Manager, der im Hauptberuf den Gasespezialisten Linde leitet, Argumentationshilfen für einen möglichen tiefgreifenden Umbau des Gremiums, schreibt „Financial Times Deutschland“ (FTD/Mittwoch).

Reitzle war im vergangenen September als neutraler Kandidat an die Spitze des Conti-Aufsichtsrats gerufen worden. Seither wirkt er als Schlichter zwischen den Interessen von Conti und denen des Großaktionärs Schaeffler. Schaeffler kontrolliert nach der Kapitalerhöhung noch gut 75 Prozent an Conti. Die beiden hochverschuldeten Unternehmen planen eine Fusion. Ein genauer Zeitplan ist aber noch nicht bekannt.

Auf der Hauptversammlung werden kontroverse Debatten um den Sitz des Schaeffler-Beraters Rolf Koerfer im Conti-Kontollgremium erwartet. Das Landgericht Hannover hatte die Wahl Koerfers bei der Hauptversammlung vor einem Jahr für ungültig erklärt - über eventuelle Bedenken wegen Interessenkonflikten seien die Aktionäre nicht ausreichend informiert worden. Dagegen war Berufung eingelegt worden. Schaeffler beantragt jetzt, die Wahl Koerfers in das Kontrollgremium zu bestätigen.

dpa