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Wirtschaft Conti kämpft mit Unwuchten
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22:51 01.08.2013
Von Lars Ruzic
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Hannover

Im ersten Halbjahr verkauften die Hannoveraner auf ihrem Heimatkontinent 4 Prozent weniger Pkw-Reifen an Endkunden. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern hier „bestenfalls“ noch mit einem Plus von einem Prozent. Zuvor hatte man noch auf 3 Prozent gehofft.

Das schlägt sich auch in den Geschäftsaussichten für 2013 nieder. Bislang hatte Conti für den Gesamtkonzern ein Umsatzplus von 5 Prozent in Aussicht gestellt. Inzwischen hat Schäfer die Prognose so geändert, dass der Zuwachs am Ende auch bei 3 oder 4 Prozent liegen kann. Zur langsamen Erholung in Europa komme ein abgeschwächtes Wachstum in Asien und Nordamerika, sagte Konzernchef Elmar Degenhart. Das kam an der Börse nicht gut an. Conti gehörte am Donnerstag zu den wenigen Verlierern im Dax. Allerdings hatte die Aktie mit fast 120 Euro gerade erst ein Rekordhoch markiert. Fast 24 Milliarden Euro ist der Zulieferer inzwischen wert.

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Bei den Gewinnzielen für 2013 mussten die Hannoveraner nicht nachjustieren. Sie erwarten weiterhin ein operatives Ergebnis von mehr als 10 Prozent des Umsatzes. Hier wirkt das Reifengeschäft nun wiederum entlastend. Die schwache Branchenkonjunktur hat die Rohmaterialpreise sinken lassen, was Conti allein in der ersten Jahreshälfte 170 Millionen Euro einsparte. Für 2013 insgesamt sei mit Einsparungen von 300 Millionen Euro zu rechnen, sagte Schäfer.

Das werde sich aber nicht automatisch im Ergebnis wiederfinden. „Das Gros der Preisentwicklung ist an den Kunden weitergegeben worden.“ Mit anderen Worten: Der Marktführer hat im sich verschärfenden Wettbewerb in Europa die Preise senken müssen. Das führte im Sommerreifengeschäft des zweiten Quartals zu einer leichten Verschlechterung der Gewinnmargen von 18,8 Prozent 2012 auf jetzt 18,2 Prozent.

Die Reifen bleiben damit die Milchkuh des Zulieferriesen. Sie steuerten im ersten Halbjahr die Hälfte des operativen Gewinns bei. Das Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) bewegte sich nach sechs Monaten mit 1,6 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau – wie auch der Umsatz, der sich auf 16,6 Milliarden Euro addierte. Damit hat die Conti die Rückgänge aus dem ersten Quartal wieder aufgeholt. Unterm Strich blieb mit 1,1 Milliarden Euro sogar ein um 14 Prozent gesteigerter Nettogewinn – was vor allem auf steuerliche Einmaleffekte zurückzuführen ist.

Der aktuellen Stagnation zum Trotz baut der Konzern in allen Sparten weiter Stellen auf. Conti bringt es insgesamt inzwischen auf fast 175 000 Beschäftigte – 5000 mehr als noch zu Jahresbeginn. Stark profitiert hat auch die hannoversche Zentrale, wo in den vergangenen sechs Monaten gut 330 Arbeitsplätze hinzugekommen sind. In den vier großen Standorten am Firmensitz kommt Conti inzwischen auf mehr als 7300 Mitarbeiter, in Niedersachsen insgesamt sind es 11 900.

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