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Wirtschaft Commerzbank rechnet 2009 wieder mit schwierigem Jahr
Mehr Welt Wirtschaft Commerzbank rechnet 2009 wieder mit schwierigem Jahr
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19:11 15.05.2009
Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank AG, Martin Blessing Quelle: Martin Oeser/ddp
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Blessing rechnet durch die Übernahme mit Kostensynergien von jährlich 2,1 Milliarden Euro ab 2012. Für 2010 bezifferte der Vorstandschef die Kostensynergien auf 0,8 Milliarden Euro und für 2011 auf 1,6 Milliarden Euro.

Wie erwartet kochten auf der Hauptversammlung die Emotionen bei einzelnen Aktionären hoch, nachdem das vergangene Jahr angesichts einer zugesagten Staatshilfe von 18,2 Milliarden Euro und einer rapiden Talfahrt der Aktie aus ihrer Sicht ein „Annus horribilis“ war. Eine Commerzbank-Aktie kostet derzeit rund 5 Euro. 2007 waren für eine Aktie noch knapp 38 Euro gezahlt worden.

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2009 werde wohl ein ähnlich schwieriges Jahr wie 2008, sagte Blessing. Er fügte hinzu: „Unsere Branche steht erneut vor gewaltigen Herausforderungen.“ Zwar deute sich eine leichte Entspannung an den Finanzmärkten an. „Von einer durchgreifenden Beruhigung oder gar einer Normalisierung kann jedoch keine Rede sein“, betonte der Vorstandschef.

Gleichzeitig bekräftigte Blessing seine bisherigen Prognosen. Die Commerzbank will 2012 alle Kerngeschäfte nachhaltig in die Gewinnzone gebracht haben. Das gilt auch für das Realkredit- und Staatsfinanzierungsgeschäft. Mittelfristig, also ab 2012, sieht die Bank ein operatives Ergebnis von mehr als vier Milliarden Euro. Das würde einer Eigenkapitalrendite von rund zwölf Prozent nach Steuern entsprechen.

Die risikogewichteten Aktiva der neuen Commerzbank will Blessing bis 2012 auf unter 290 Milliarden Euro abschmelzen. Der Vorstandsvorsitzende wiederholte erneut, dass die Commerzbank die Stillen Einlagen des Sonderfonds SoFFin unter normalen Marktbedingungen voraussichtlich ab 2012 zurückzahlen kann.

Insgesamt hat der Staat der Commerzbank Hilfen in Höhe von 18,2 Milliarden Euro zugesagt. Hierfür hatte die Europäische Kommission erst vor kurzem grünes Licht gegeben. Eine der Bedingungen dafür ist die Trennung von der Tochter Eurohypo, die für die Commerzbank wegen eines Milliardenverlusts im Jahr 2008 zu einer Belastung geworden war.

Überlegungen, die Tochter Eurohypo mit einer anderen Bank zusammenzubringen, gebe es nicht, sagte Blessing. Insgesamt hat sie fünf Jahre Zeit, über die Zukunft der Eurohypo zu entscheiden. Ein Verkauf an eine andere Bank ist nicht zwingend. Vielmehr ist es auch möglich, dass die Commerzbank ihre Tochter in die Eigenständigkeit entlässt.

Eine Notwendigkeit für die Auslagerung sogenannter toxischer Aktiva in eine „Bad Bank“ sieht die Commerzbank indes nicht. Mit ihrer Portfolio Restructuring Unit (PRU) habe die Bank eine eigene Lösung, sagte Blessing der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagausgabe). Wenn es aber eine staatliche Lösung gebe, die aus Sicht der Anteilseigner sinnvoll wäre, würde die Commerzbank diese prüfen.

ddp

15.05.2009
Jens Heitmann 15.05.2009