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Wirtschaft Claas hat die Wende geschafft
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07:25 14.12.2011
Von Carola Böse-Fischer
Mähdrescher sind beim Familienunternehmen Claas immer noch der größte Umsatzbringer.
Mähdrescher sind beim Familienunternehmen Claas immer noch der größte Umsatzbringer. Quelle: dpa
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Hannover

Die Erlöse kletterten um ein Drittel auf gut 3,3 Milliarden Euro. Damit seien die schon positiven Erwartungen übertroffen worden, sagte Theo Freye, Sprecher der Claas-Geschäftsführung, am Dienstag anlässlich der Bilanzvorlage. Der Hersteller von Mähdreschern, Feldhäckslern und Traktoren habe seine Marktstellung in den meisten Produktgruppen ausbauen können. Zahlen wurden jedoch nicht genannt.

Nach zwei Jahren mit herben Gewinneinbußen hat das Familienunternehmen im ostwestfälischen Harsewinkel auch wieder satte Gewinne eingefahren. So hat sich das Ergebnis vor Steuern gegenüber dem Vorjahr von 77 auf 255 Millionen Euro mehr als verdreifacht. Unter dem Strich verdiente Claas knapp 182 Millionen Euro, verglichen mit 51,5 Millionen Euro im Jahr davor. Das versetzte den Konzern in die Lage, seine langfristigen Verbindlichkeiten um 167 Millionen Euro auf noch knapp 500 Millionen Euro abzubauen, wie es hieß.

Im laufenden Jahr lässt sich das „außergewöhnliche“ Wachstumstempo nicht wiederholen, wie Freye erklärte. So hätten etwa die Märkte in Westeuropa nach der Wirtschaftskrise einen solchen Sprung nach vorn gemacht, dass man 2012 nur von konstanten Umsätzen ausgehe. Nachholbedarf sieht Freye allerdings noch in Zentral- und Osteuropa, vor allem in Russland. Insgesamt geht man derzeit bei dem Landtechnikkonzern von einem Erlöswachstums von etwa 5 Prozent im Geschäftsjahr 2011/12 aus.

Rund ein Drittel des Neumaschinengeschäfts hat Claas im vergangenen Jahr mit Mähdreschern gemacht, etwa 20 Prozent mit Traktoren und knapp 10 Prozent mit Feldhäckslern. Am Umsatz gemessen, ist das Familienunternehmen nach eigenen Angaben weltweit die Nummer vier der Landtechnikhersteller.

In Russland ist Claas seit 2005 mit einem Mähdrescherwerk vertreten. Es soll erweitert werden. Im nächsten Jahr soll in Krasnodar die Kapazität erhöht werden, wie Freye sagte. Zugleich sei geplant, den Anteil von Komponenten und Teilen aus lokaler Produktion zu steigern. Wegen der gut laufenden Geschäfte plant Claas auch in seinem indischen Werk, in dem Reismähdrescher hergestellt werden, einen Ausbau der Produktionskapazitäten. Insgesamt will der Landtechnikkonzern im laufenden Geschäftsjahr gut 100 Millionen Euro investieren, nach knapp 94 Millionen Euro 2010/11.

Beim Ergebnis peilt Claas die „Höhe des Vorjahres“ an, wie Freye sagte. Dabei erhoffe man sich weitere Kosteneinsparungen durch das interne Fitness-programm.

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