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Wirtschaft Cinemaxx rechnet mit Wende
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18:22 25.06.2009
Von Helmuth Klausing
Quelle: Ralf Decker
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Das sagte er während der Hauptversammlung am Donnerstag im Dammtor-Kino in Hamburg. Es wäre das erste zumindest ausgeglichene Ergebnis seit sieben Jahren.

Ihm sei bewusst, dass er sich mit diesem Versprechen „weit aus dem Fenster gelehnt“ habe und am Erfolg dieser Zusage gemessen werde, räumte Gisy ein. Der Konzern habe es aber geschafft, sich trotz der allgemeinen Branchenschwäche und Überkapazitäten vom Markt „abzukoppeln“. Insgesamt gebe es in Deutschland mit zuletzt 4810 Kinosälen noch immer „knapp 1000 Leinwände zu viel“. Doch im übersättigten Markt sei es Cinemaxx schon im vergangenen Jahr gelungen, den Durchschnittspreis je Kinokarte von 6,38 Euro auf 6,65 Euro zu steigern. Nächstes Ziel sei es, die Zahl der Kinobesuche je Kopf ebenfalls nach oben zu treiben. Jeder Bundesbürger sei 2008 rechnerisch 1,6 Mal im Kino gewesen. Bis 2011 setzte Gisy einen Durchschnitt von 1,8 Besuchen als Ziel, was branchenweit 145 Millionen verkauften Karten im Jahr entspreche. Zum Vergleich: 2008 kamen 129,4 Millionen Besucher in die deutschen Kinos – 4 Millionen mehr als im Jahr davor. Um die Besucherzahlen zu steigern, müsse die Branche aber gemeinsam an einem Strang ziehen.

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Im Rechtsstreit über eine 5,4 Millionen Euro schwere Umsatzsteuernachzahlung gebe es noch kein Urteil, erklärte der Cinemaxx-Chef. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Summe deutlich geringer ausfallen werde, selbst wenn Cinemaxx den Prozess verlieren sollte. Es geht um die Frage, ob die Kinos wegen des Verkaufs von Getränken und Popcorn steuerrechtlich als Gastronomiebetriebe zu betrachten sind. Dann müsste Cinemaxx 19 Prozent Mehrwertsteuer an den Staat abführen – anstelle der bisher geleisteten 7 Prozent. Steffen Kraus von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz nannte eine solche Nachzahlung „existenzbedrohend und fatal“ für den Konzern, dessen Zahlen für das vergangene Jahr mit einem Verlust von 5,1 Millionen Euro unter dem Strich ohnehin schon „erschreckend“ seien. Gisy glaubt nicht, dass man die Kinosäle als Restaurants bewerten werde. Allenfalls für den Verzehr im Foyer könne eine höhere Steuer und damit eine deutlich unter den 5,4 Millionen liegende Nachzahlung fällig werden.

Die Frage nach einer Dividende kam bei den leidgeprüften Aktionären gar nicht erst auf. Cinemaxx-Gründer Hans-Joachim Flebbe, der im vorigen Jahr auf Betreiben des Großaktionärs Herbert Kloiber den Vorstand und in diesem Jahr den Aufsichtsrat verlassen hat, erlebte seine erste Hauptversammlung auf der Aktionärsseite. Er hält knapp 16 Prozent der Anteile. Das Wort ergriff Flebbe nicht.