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Wirtschaft Chef erhielt trotz Verstaatlichung Sonderzahlung
Mehr Welt Wirtschaft Chef erhielt trotz Verstaatlichung Sonderzahlung
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16:36 12.08.2009
Chef der maroden Hypo Real Estate: Axel Wieandt. Quelle: Axel Schmidt/afp (Archiv)
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Die Bank gewährte den Bonus vor der Verstaatlichung, bei der den Zahlungen an Manager enge Grenzen gesetzt sind.

Die HRE schloss mit Wiandt zum 1. April dieses Jahres einen neuen Arbeitsvertrag ab, wie aus dem Quartalsbericht der Bank zum 31. März hervorgeht. Dieser sah vor, das Gehalt von Wiandt auf 500. 000 Euro pro Jahr zu begrenzen, sobald der Staat der Bank mit direkten Kapitalspritzen hilft.

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Diese Begrenzung ist im Bankenrettungsgesetz der Bundesregierung vorgeschrieben. Sie gilt aber nur für Banken, die direkte Kapitalspritzen erhalten und nicht nur staatliche Garantien. Die HRE hatte bis zum Abschluss des neuen Vertrages noch kein Kapital des Staates erhalten. Sie wurde allerdings durch Garantien und Kredite des Bundes und mehrerer großer Banken in Höhe von 102 Milliarden Euro gestützt.

In dem neuen Vertrag verzichtete Wiandt auch auf einen Teil seiner bei Amtsantritt vereinbarten Altersvorsorge. Für diesen Verzicht erhielt Wiandt den Bonus über eine halbe Million Euro, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Eine Sprecherin des Bankenrettungsfonds SoFFin betonte am Mittwoch, Wieandt habe „auf eine umfangreiche Altersabsicherung im Gegenzug für eine Sonderzahlung verzichtet“.

Der Bund hatte zunächst durch ein Übernahmeangebot und dann durch eine Kapitalerhöhung die Mehrheit an der HRE übernommen und hält nun rund 90 Prozent an der maroden Bank. Die Aktionäre des Instituts kommen am Donnerstag zu ihrer Hauptversammlung zusammen. Im Zentrum dieser stehen vor allem Anträge zur Aufklärung der Situation, die zur Schieflage der Bank führten. Der sogenannte Squeeze-Out, mit dem der deutsche Staat die verbleibenden etwa zehn Prozent Minderheitsaktionäre aus dem Unternehmen drängen will, soll auf einer späteren außerordentlichen Hauptversammlung beschlossen werden.

afp