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Wirtschaft Butterpreise werden drastisch angehoben
Mehr Welt Wirtschaft Butterpreise werden drastisch angehoben
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19:01 17.05.2010
Butter wird teurer: Hintergrund für die Preiserhöhungen ist nach Ansicht von Experten eine steigende Nachfrage auf dem Weltmarkt. Quelle: dpa
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Für Deutschlands Milchbauern ist es eine gute Nachricht: Im Supermarkt steigen die Butterpreise kräftig. Das bedeutet, dass auch die Landwirte demnächst mehr für ihre Milch bekommen, die sie an die Molkereien liefern.

Am Montag haben die Discounter Aldi Süd und Penny sowie die Handelskonzerne Edeka und Rewe die Preise für Markenbutter um 20 Cent auf 1,05 Euro je 250-Gramm-Päckchen erhöht, das sind 23,5 Prozent mehr als vor einer Woche. In der Branche wird erwartet, dass weitere Handelsketten nachziehen werden. Erst vor gut einer Woche hatten mehrere Discounter die Preise für Frischmilch und H-Milch um 2 Cent je Liter heraufgesetzt. Das war eine Preiserhöhung um 4,2 Prozent bei Milch mit 1,5 Prozent Fettgehalt und um 3,7 Prozent für Milch mit 3,5 Prozent Fettgehalt. Anders als Preissenkungen, die regelmäßig mit großem Werberummel angekündigt werden, finden Preiserhöhungen still und leise statt.

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Vorausgegangen waren die Preisverhandlungen zwischen Molkereien und Handelsketten, in denen sich diesmal offensichtlich die Produzenten von Joghurt und Butter durchsetzen konnten. Das liegt vor allem daran, dass die Milchmärkte weltweit wieder anziehen, wie Marktbeobachter sagten. Ob Milchpulver, Butter oder Käse – die Nachfrage wachse überall auf der Welt. Deutsche Molkereien können mithin auch wieder deutlich mehr exportieren, wobei den Unternehmen der schwache Euro zu Hilfe kommt, wie es in der Milchbranche hieß. Das starke Exportwachstum verschaffe den Molkereien eine bessere Verhandlungsposition mit dem Einzelhandel zu Hause.

Davon profitieren die Milchbauern am Anfang der Wertschöpfungskette. Was Nordmilch am Markt herausholen könne, solle auf den Höfen ankommen, hieß es bei Deutschlands größtem Molkereikonzern in Bremen. Nordmilch habe seinen Lieferanten im April 27 Cent je Liter Milch gezahlt. Im ersten Quartal seien es im Schnitt 26 Cent gewesen. Verglichen mit den 23 bis 24 Cent, die Nordmilch seinen Milchbauern 2009 nur noch zahlte, ist dies eine kleine Verbesserung. Dazu kommt aus der EU-Kasse noch ein Betrag „als Bestandteil der betriebsindividuellen Prämien“, wie eine Sprecherin des Landvolks-Verbandes sagte. Das waren bislang mehr als 3 Cent je Liter. Und darauf kommen noch Zuschläge für den Gehalt von Eiweiß und Fett, sodass unterm Strich über 30 Cent je Liter stehen können.

Ob die Milchpreise für die Bauern in den nächsten Monaten weiter steigen – eine Prognose will die Branche trotz der weltweiten Markterholung noch nicht wagen. Denn die Jahresverträge mit stabilen Preisen gebe es nicht mehr. Kontrakte für Butter und andere Milchprodukte mit dem Handel würden nur noch für ein bis sechs Monate ausgehandelt. Vor allem der Handel poche bei hohen Preisen auf kurze Laufzeiten. Das bedeute, dass alle Beteiligten mit stärker schwankenden Preisen leben müssten.

Carola Böse-Fischer