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Wirtschaft Bundesweit 11.000 Erzieher im Streik
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18:12 15.05.2009
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Streikende Erzieher ziehen durch die Innenstadt von Dortmund. Quelle: Clemens Bilan/ddp
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Die Beschäftigten fordern einen Tarifvertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung. „Die Arbeitgeber müssen in der nächsten Runde ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch legen“, betonte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad. Die Streiks sollen in der kommenden Woche am Montag und Dienstag fortgesetzt werden.

Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske bezeichnete den geforderten Tarifvertrag für die rund 200 000 Erzieher und Sozialarbeiter bundesweit als „dringend notwendig“ angesichts der Belastungssituation. Die Lärmkonfrontation in Kindertagesstätten sei sehr stark, zudem seien der Arbeitsdruck sowie die Arbeitsintensität hoch. „Da muss etwas getan werden“, forderte Bsirske.

Rund 1100 Erzieher legten am Freitag allein in Hessen ihre Arbeit nieder. Daher blieben etwa 130 Kitas und Sozialeinrichtungen geschlossen, sagte ein ver.di-Sprecher. Der Schwerpunkt der Streiks lag in Kassel. Am Montag sind die Beschäftigten unter anderem in Frankfurt und Wiesbaden zum Streik aufgerufen, am Dienstag ist Gießen betroffen. Auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland blieb der Großteil der Kitas geschlossen. Insgesamt streikten im Südwesten Deutschlands nach Angaben von ver.di rund 1100 Erzieherinnen.

In Baden-Württemberg beteiligten sich ver.di zufolge rund 700 Beschäftigte. Betroffen waren etwa die Städte Ulm, Esslingen, Reutlingen und Tübingen, wo zahlreiche Kindertagesstätten geschlossen blieben. „Ab Montag rufen wir auch in den Großstädten auf“, sagte die stellvertretende ver.di-Landesvorsitzende Dagmar Schorsch-Brandt. Schwerpunkte sollen die Regionen Stuttgart und Mannheim sein.

Für die kommende Woche erwartet die GEW, dass noch mehr Erzieher ihre Arbeit niederlegen werden. „Der Schwerpunkt der Streiks wird dann in Bayern, Niedersachsen, Baden-Württemberg und dem Saarland liegen“, sagte ein GEW-Sprecher. Zur Zahl der Beschäftigten, die sich am Streik beteiligen würden, äußerte er sich nicht.

ver.di und GEW hatten die Verhandlungen über einen Gesundheitstarifvertrag Ende April für gescheitert erklärt. In den vergangenen Wochen war es bereits vereinzelt zu Warnstreiks gekommen.

ddp

15.05.2009
Jens Heitmann 15.05.2009