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Wirtschaft Bundesregierung bevorzugt Magna für Übernahme von Opel
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22:12 22.05.2009
Opel-Werk in Bochum Quelle: Oliver Stratmann/ddp
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Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte am Freitag in Berlin, dass Magna das interessanteste Konzept habe. Zugleich plädierte er dafür, „noch alle drei Investoren im Spiel zu halten“. Nach Ansicht von Hessens Regierungschef Roland Koch (CDU) erfüllt das Magna-Angebot die Bedingungen für eine Opel-Übernahme „mit weitem Abstand am meisten“. Sein nordrhein-westfälischer Amtskollege Jürgen Rüttgers (CDU) lehnt die Pläne dagegen als „unfair“ ab.

Guttenberg wies nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder mit Opel-Standorten darauf hin, dass es „weiterhin offene Fragen“ gebe. Für kommende Woche kündigte er eine Entscheidung an. Zugleich sagte er jedoch, dass bei allen Konzepten mit erheblichem Arbeitsplatzabbau gerechnet werden müsse. Opel beschäftigt im hessischen Rüsselsheim sowie in Bochum (NRW), Eisenach (Thüringen) und Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) derzeit 25 000 Mitarbeiter.

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Rüttgers kündigte dagegen an, sein Land werde dem bisherigen Angebot nicht zustimmen, „da der Arbeitsplatzabbau nicht akzeptabel ist“. Wie die Nachrichtenagentur ddp aus Verhandlungskreisen erfuhr, will Magna bei Opel in Deutschland 2500 Arbeitsplätze abbauen, davon allein 2200 Stellen in Bochum. Dies sei eine einseitige Lastenverteilung zuungunsten Bochums, kritisierte Rüttgers.

Nach Ansicht von Thüringens Regierungschef Dieter Althaus (CDU) soll das Magna-Konzept jetzt mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) verhandelt werden. Wie zudem aus Erfurter Regierungskreisen verlautete, wird Magna in Thüringen vor allem wegen der Standorterwägungen bevorzugt. So sei bei diesem Investor am ehesten auf einen Erhalt der Beschäftigung im Werk Eisenach zu hoffen.

Bundesaußenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier bezeichnete die Magna-Pläne als „sehr tragfähiges Konzept“. Nun sollten letzte Fragen mit Vertretern des Unternehmens geklärt werden.

Koch hatte bereits zuvor im Deutschlandfunk gesagt, dass es eine deutliche Rangfolge gebe. Dabei erfülle Magna am ehesten die Hoffnungen vieler. Danach komme Ripplewood, Fiat sei mit seinem Vorschlag „weit entfernt“ von dem, was man sich erhofft habe.

Am Donnerstag war bereits bekannt geworden, dass General Motors das Magna-Angebot favorisiere. Auch der Opel-Gesamtbetriebsrat sprach sich für das Unternehmen aus. Neben Magna haben auch der italienische Autobauer Fiat sowie die Investmentgesellschaft Ripplewood ihr Interesse bekundet. Magna hatte zusammen mit dem russischen Fahrzeughersteller GAZ Russia ein Gebot abgegeben und will nach Angaben informierter Kreise mehr als 50 Prozent an Opel übernehmen, eine Staatsbürgschaft bis zu fünf Milliarden Euro beantragen und europaweit etwa 10 000 Stellen streichen.

Unterdessen sind die Meldungen über die Lage von General Motors widersprüchlich. Laut „Washington Post“ vom Freitag will die US-Regierung den hoch verschuldeten Konzern in der kommenden Woche in die Insolvenz steuern. Dem Plan der Regierung zufolge solle GM nahezu 30 Milliarden Dollar an zusätzlichen Staatskrediten erhalten.

Dann wiederum hieß es, dass die getroffene Vereinbarung mit der Automobilgewerkschaft United Auto Workers (UAW) dazu beitragen könne, die drohende Insolvenz zu vermeiden. GM und die UAW hätten sich auf die Finanzierung der Gesundheitsleistungen für Pensionäre (VEBA) und Zugeständnisse bei den Lohnkosten geeinigt. Details der Vereinbarung wurden zunächst nicht bekannt. GM muss der US-Regierung bis zum 1. Juni einen Plan für seine Überlebensfähigkeit vorlegen.

ddp

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