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14:29 03.05.2016
Mehr falsche Fuffziger: Banken, Händler und Bundeskriminalamt haben deutlich mehr Falschgeld gefunden. Quelle: Sven Hoppe/dpa
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Wiesbaden

Im vergangenen Jahr wurden fast 112.000 gefälschte Euro-Banknoten in Deutschland entdeckt. Die Blüten hatten einen Nennwert von 5,5 Millionen Euro. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. 2014 waren rund 75.600 Blüten mit einem Nennwert von etwa 5,3 Millionen Euro aus dem Verkehr gezogen worden. Das teilte das Bundeskriminalamt am Dienstag mit.

In den meisten Fällen hatten die Täter gefälschte Euro-Scheine verbreitet (84.800 Fälle). In nur 1700 Fällen fanden die Ermittler Blüten in Fremdwährungen, mehrheitlich in US-Dollar. Die 50-Euro-Banknote ist nach wie vor die beliebteste Blüte in Deutschland. Bei etwa der Hälfte der Fälle handelt es sich um diesen Schein. Der 20-Euro-Schein ist bei Fälschern am zweitbeliebtesten: Er wurde in 37 Prozent der Fälle gefunden.

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Das sind die beliebtesten Euro-Scheine von Fälschern

Anteil einer Banknote an den gefälschten Euro-Banknoten, die 2015 in Deutschland entdeckt worden (Quelle: Bundeskriminalamt: Falschgeldkriminalität. Bundeslagebild 2015).

50 Euro

50 %

20 Euro

37 %

100 Euro

7 %

200 Euro

2 %

10 Euro

2 %

5 Euro

1 %

500 Euro

1 %

"Trotz der erneut gestiegenen Fallzahlen ist das Falschgeldaufkommen im Vergleich zum Umfang der in Deutschland umlaufenden Banknoten weiterhin als gering zu bezeichnen", erklärte das BKA. Die meisten Fälschungen wurden von Banken, Werttransportunternehmen, Handel und Gewerbe sowie der Deutschen Bundesbank und deren Filialen erkannt.

Napoli-Blüten in hochwertiger Qualität

"Das lässt darauf schließen, dass die Mehrzahl der Fälschungen von Privatpersonen nicht erkannt wird, da oftmals im täglichen Zahlungsverkehr keine genauere Prüfung des Bargeldes erfolgt", erklärte das BKA. Aber die Ermittler versichern: "Trotz immer besserer Qualität ist bei aufmerksamer Prüfung die Mehrzahl der Banknotenfälschungen jedoch weiterhin ohne technische Hilfsmittel erkennbar."

Die Ermittler beobachteten weiterhin den Trend, Falschgeld über illegale Handelsplattformen im Internet zu vertreiben. Ein Beispiel seien die qualitativ hochwertigen sogenannten Napoli-Fälschungen, die aus der Region um Neapel in Italien stammten. Im Darknet würden aber auch Hologramme und Kopiervorlagen angeboten.

wer/dpa

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