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Wirtschaft Bundesbank erwartet Schrumpfung der Wirtschaftsleistung um 6,2 Prozent
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16:24 05.06.2009

Es werde für 2009 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 6,2 Prozent gerechnet, teilte die Zentralbank am Freitag mit. Im Dezember hatte sie noch einen BIP-Rückgang um 0,8 Prozent prognostiziert. Für 2010 wird nur noch eine Stagnation des BIP erwartet. Vor einem halben Jahr war die Bundesbank noch von einem Wachstum von 1,2 Prozent ausgegangen. Angesichts der weiterhin schwierigen Wirtschaftssituation warnte Bundesbankpräsident Axel Weber erneut vor einem zu großen Optimismus im Hinblick auf die Konjunkturentwicklung.

Mit ihrer Korrektur der BIP-Prognose ist die Bundesbank etwas pessimistischer als die Bundesregierung, die im April für 2009 einen Wirtschaftseinbruch um sechs Prozent vorhergesagt hatte. Erst am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Wachstums- und Inflationsprojektionen für die gesamte Eurozone revidiert.

Jetzt rechnet die Notenbank für 2009 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im Währungsraum zwischen 4,1 und 5,1 Prozent. Im März hatte die Notenbank noch ein Minus des Bruttoinlandsproduktes zwischen 2,2 und 3,2 Prozent vorhergesagt. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaftsleistung noch um 1,3 Prozent gewachsen, 2007 sogar um 2,5 Prozent.

Weber hatte in den vergangenen Monaten bereits angedeutet, dass die Bundesbank ihre Prognosen senken werde. Zwar hätten die umfangreichen Maßnahmen von Zentralbanken und Regierungen weltweit zu einer Stabilisierung der Finanzmärkte und wohl auch zu einer Verlangsamung des Wirtschaftsabschwungs geführt, doch bleibe der Ausblick weiter unsicher, sagte er in Frankfurt am Main. Die Bundesbank teilte weiter mit: „Die deutsche Wirtschaft befindet sich derzeit in einer scharfen Rezession“.

Die konjunkturelle Talfahrt der Weltwirtschaft, die mit einem unerwartet heftigen Einbruch des Welthandels einhergegangen sei, habe dazu geführt, dass die deutsche Industrie einen tiefen Einschnitt habe hinnehmen müssen, hieß es. Die Auftragseingänge der Industrie und die Produktion sind zwar im März nicht gesunken, lagen aber um rund 33 beziehungsweise 20 Prozent unter den jeweiligen Vorjahreswerten.

Trotz der bislang moderaten Reaktion des Arbeitsmarktes auf die schlechte konjunkturelle Situation rechnet die Bundesbank bis 2010 mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf jahresdurchschnittlich 10,5 Prozent. 2008 betrug die Quote 7,8 Prozent.
Darüber hinaus revidierte die Bank auch ihre Erwartungen für die Inflationsentwicklung. Demnach rechnet sie für das laufende Jahr im Jahresdurchschnitt mit einem Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) um lediglich 0,1 Prozent. Bislang war sie von einer Jahresteuerung von 0,8 Prozent ausgegangen. Für 2010 sieht sie die Inflation statt bei 1,4 nun bei 0,5 Prozent. Die EZB sieht stabile Preise bei einer Inflationsrate von knapp 2,0 Prozent.

Eine echte konjunkturelle Wende sieht die Deutsche Bundesbank erst für den Verlauf des kommenden Jahres. Der Abwärtsdruck auf die deutsche Wirtschaft werde in diesem Jahr nachlassen, „unterstützt durch umfangreiche geld- und fiskalpolitische Impulse“, hieß es für 2009.

ddp

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