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Wirtschaft Brüssel macht Telefonieren in Europa billiger
Mehr Welt Wirtschaft Brüssel macht Telefonieren in Europa billiger
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23:16 09.05.2012
Das Telefonieren mit dem Handy wird innerhalb von Europa attraktiver. Quelle: dpa
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Brüssel

Wer in der Europäischen Union unterwegs ist, kann ab 1. Juli mit deutlich sinkenden Preisen für mobiles Internet, Kurznachrichten (SMS) und Telefonate nach Hause rechnen. Das Europäische Parlament setzt an diesem Donnerstag in Brüssel die neuen Roaming-Gebühren in Kraft – pünktlich zum Start der Urlaubssaison. Horrende Rechnungen, weil  ein Urlauber etwa ein Fußballergebnis im Internet nachgeschaut hat, soll es künftig nicht mehr geben.

Wer dann außerhalb des eigenen Heimatnetzes mit seinem Smartphone im Internet unterwegs ist, zahlt nur noch höchstens 83 Cent pro Megabyte (inklusive Mehrwertsteuer). Ab Juli 2013 werden die Preise auf höchstens 54 Cent gesenkt. Mutmaßlich 2015 sollen die Auslandszuschläge ganz entfallen. Und auch der kurze SMS-Gruß an die Lieben daheim wird günstiger. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) sprach von einem „wichtigen Schritt für den Verbraucherschutz“. Es sei überfällig gewesen, dass „die Preisobergrenzen weiter nach unten korrigiert werden“, sagte Aigner gestern. Die derzeitige Regelung läuft am 30. Juni aus.

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Künftig sollen darüber hinaus kleinere Anbieter leichteren Zugang zu den Mobilfunknetzen bekommen, um mit eigenen Angeboten den Wettbewerb anzuheizen. Zusätzlich will Brüssel erreichen, dass die Handyhersteller ebenso wie die Provider Möglichkeiten schaffen, damit Kunden, die länger im Ausland unterwegs sind, billige lokale Anbieter nutzen können. „Für Sprachtelefonie oder Datenroaming soll es verschiedene Anbieter geben, damit endlich mehr Wettbewerb in die Märkte kommt“, erklärte die Berichterstatterin des Parlamentes, die CSU-Europa-Abgeordnete Angelika Niebler. Um gleichzeitig auf der bekannten Nummer aus der Heimat erreichbar sein zu können, werden Mobiltelefone mit zwei SIM-Karten benötigt.

In Brüssel rechnet man damit, dass die Handyproduzenten das bisher eher begrenzte Angebot solcher Geräte deutlich erweitern.
Die großen deutschen Mobilfunkprovider haben sich auf die neuen Preisobergrenzen bereits eingestellt. T-Mobile präsentiert neue Tarifmodelle für Auslandsreisende, die dauerhaft oder auch nur für einen Tag gebucht werden können. Vodafone reagierte schon früher und bietet ebenfalls die zeitweise oder unbegrenzte Zubuchung von speziellen Auslandstarifen an. Beide liegen mit diesen Gebühren unter den künftigen Höchstgrenzen, die die EU heute endgültig festzurren wird.

Ab heute gilt in Deutschland die im Februar verabschiedete Neufassung des Telekommunikationsgesetzes, die eine EU-Richtlinie in nationales Recht umwandelt. Neue Regeln für Verträge und Tarife sollen für einheitlichere Rechte der Verbraucher sorgen. Ab sofort können Kunden gegen einzelne Posten der Handyrechnung Widerspruch einlegen, ohne gleich eine Anschlusssperre zu riskieren. Bislang war das nur bei Festnetzrechnungen möglich.

Detlef Drewes

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