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Wirtschaft Bremer Konzern OHB gewinnt Rennen um Galileo-Satelliten
Mehr Welt Wirtschaft Bremer Konzern OHB gewinnt Rennen um Galileo-Satelliten
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14:15 07.01.2010
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Der Bremer Technologiekonzern OHB hat das Rennen um das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo gewonnen. Das Unternehmen hat den prestigeträchtigen und rund 566 Millionen Euro schweren Auftrag erhalten, 14 Satelliten zu bauen, teilte die EU- Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Damit setzte sich OHB in der hart umkämpften Ausschreibung gegen den größeren Konkurrenten EADS- Astrium durch. OHB soll die ersten Satelliten 2012 liefern.

Die Satelliten werden das Rückgrat von Galileo bilden. Mit dem Projekt wollen die EU und die Europäische Weltraumorganisation ESA die Vormachtstellung des US-Dienstes GPS (Global Positioning System) brechen. Das Navigationssystem Galileo soll 3,4 Milliarden Euro kosten und 2014 an den Start gehen.

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Für Deutschland winken weitere Aufträge. Insgesamt werden 32 Satelliten benötigt - der Bau der restlichen werde später an die OHB System AG oder an EADS-Astrium GmbH vergeben, berichtete die EU- Kommission. Dabei werde das günstigere Angebot den Zuschlag erhalten.

Ramsauer: Galileo-Zuschlag für OHB großer Erfolg

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat den Zuschlag für den Bremer Konzern OHB beim Satelliten- Navigationssystem Galileo als großen Erfolg bewertet. „Ich freue mich sehr, dass sich das Know-How der deutschen Raumfahrtunternehmen durchgesetzt hat“, sagte Ramsauer am Donnerstag in Berlin. Mit dem Auftrag würden hochwertige Arbeitsplätze in Deutschland entstehen. „Galileo ist Europas Antwort auf Amerikas GPS und bietet ein Plus an Genauigkeit und Verlässlichkeit“, sagte Ramsauer. Langfristig sei der Markt mit Produkten und Dienstleistungen rund um das neue Galileo- Navi-System für viele deutsche Unternehmen interessant.

Galileo soll Alternative zu GPS schaffen

Das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo ist ein umstrittenes Prestigeprojekt der Europäischen Union. Es soll genauer arbeiten als der US-Dienst GPS (Global Positioning System), dessen Vorherrschaft brechen und die Europäer unabhängig machen, denn GPS könnte im Fall bewaffneter Konflikte nur dem US- Militär zugänglich sein.

Doch musste der Galileo-Zeitplan mehrfach überarbeitet werden - auch weil Verhandlungen mit einem Industriekonsortium um den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS scheiterten. Ursprünglich sollte Galileo schon 2008 an den Start gehen, nun ist der Betrieb zum Jahresbeginn 2014 geplant. Das Budget sieht bisher 3,4 Milliarden Euro vor.

Kernstück des Galileo-Systems sollen 30 Satelliten sein, die die Erde auf drei verschiedenen Umlaufbahnen in mehr als 23 000 Kilometern Höhe umkreisen und Signale zur Erde senden. Dort wird berechnet, wie lange die Daten gebraucht haben, um so die genaue Position zu bestimmen. Galileo soll somit beispielsweise Autofahrern oder Rettungsdiensten eine metergenaue Ortung bieten.

lni