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Wirtschaft Ist Bitcoin eine sichere Geldanlage?
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13:32 29.11.2013
In manchen Bars, wie hier in Berlin, kann man mittlerweile mit Bitcoin zahlen. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Die Digitalwährung Bitcoin knackt alle Rekorde. In dieser Woche kletterte der Kurs erstmals über die Marke von 1000 US-Dollar. Der rasante Anstieg zeigt deutlich, welch kuriose Blüten der Anlagenotstand in Zeiten rekordniedriger Zinsen rund um den Globus treibt. Doch an der Zukunftsfähigkeit des Bitcoins scheiden sich weiter die Geister. Was ist der Idee vom freien Geld, das unabhängig von Regierungen, Zentralbanken und Kreditinstituten funktioniert, noch zuzutrauen?

Die Warnungen vor einer Spekulationsblase reißen nicht ab. „Sie könnten genauso gut auf jeden Pennystock setzen, denn auch Bitcoins haben keine Chance, jemals zu einer umfangreich verwendeten Währung zu werden“, schreibt die Commerzbank ihren Kunden. Solche Unkenrufe begleiten die Bitcoin-Rally allerdings von Anfang an - bislang konnte sie trotzdem nicht gestoppt werden. Nach jedem Absturz dauerte es nicht lange, bis sich der Kurs wieder berappelte und zu neuen Höhenflügen ansetzte.

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Dennoch gibt es keinen Zweifel: Nach wie vor sind es vor allem Zocker, die den Bitcoin nach oben treiben. Für die Funktion als Zahlungsmittel ist die unberechenbare Kursentwicklung nicht förderlich. Zwar kann man im Internet mittlerweile alles Mögliche vom Ferienhaus auf Mallorca bis zum Notebook mit Bitcoins bezahlen. Doch rechtfertigt das den exorbitanten Preisanstieg von 13 auf mehr als 1000 Dollar im Jahresverlauf? Die Gründe für die atemberaubende Entwicklung liegen laut Experten eher in der verzweifelten Suche nach renditeträchtigen Anlagen und Misstrauen gegenüber dem vom Billiggeld abhängigen Finanzsystem.

In Krisenländern wie Argentinien, Zypern, Griechenland oder Spanien werde nach Alternativen für etablierte Währungen gesucht, stellt Analyst Ali Farid Khwaja von der Berenberg Bank fest. „Das legt nahe, dass Bitcoins sich ähnlich wie Gold zu einem Wertspeicher bei Krisen, Hyperinflation oder exzessivem Gelddrucken entwickeln könnten.“

Sparer haben derzeit viele Gründe, um ihr Geld zu fürchten: Zentralbanken halten die Zinsen so niedrig wie nie und denken sogar laut über Strafgebühren auf Bankeinlagen nach. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat kürzlich in einer Studie Gedankenspiele für eine Zwangsabgabe auf große Vermögen aufgegriffen. Ob das Ersparte aber ausgerechnet in Bitcoins sicher angelegt ist? Sobald ein paar große Akteure verkaufen, könnte der Markt nervös werden. „Wer das Platzen einer Blase beobachten will, sollte den Bitcoin gut im Auge behalten“, warnt Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz.

So funktioniert Bitcoin

Der Bitcoin ist eine digitale Währung, die aus der Hackerszene stammt. Sie ist seit 2009 im Umlauf. Bitcoins sind virtuelle Geldeinheiten, deren Wert an keine andere Währung gekoppelt ist. Sie können aber auf Handelsplattformen im Netz mit "echtem" Geld wie Euro oder Dollar gekauft werden. Die Idee dahinter ist ein Zahlungsverkehr, der unabhängig von Regierungen und Banken funktioniert. Als Urheber des Konzepts gilt der Legende nach jemand namens Satoshi Nakamoto - eine Art Phantom. Wer sich genau dahinter verbirgt, ist ein Mysterium.

Nutzer können Bitcoins auch selbst am Computer erstellen, indem mit hoher Rechnerleistung hochkomplexe mathematische Formeln gelöst werden. Das Verfahren heißt im Fachjargon "Mining" (Schürfen). Die Produktion soll 2033 bei 21 Millionen Bitcoins eingestellt werden. Bis jetzt sind rund zwölf Millionen im Umlauf. Die gezielte Verknappung der Geldmenge ist vom früheren Goldstandard inspiriert und soll vor Inflation schützen. Im Internet akzeptieren immer mehr Händler Bitcoins als Zahlungsmittel.

Außerhalb des Netzes ist die Nutzung bislang auf wenige Szene-Läden beschränkt. Wer Bitcoins nutzen will, kann sich im Internet gratis entsprechende Software herunterladen. Danach wird eine digitale Geldbörse auf dem Computer oder Smartphone installiert. Experten warnen aber vor Sicherheitslücken. Immer wieder werden Bitcoin-Börsen gehackt und geplündert. Durch diese Risiken und den bislang wenig liquiden Markt können starke Kursausschläge entstehen.

dpa/frs

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