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08:57 18.08.2010
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Studenten, die kein Bafög bekommen oder für einen Nebenjob keine Zeit haben, können sich zu günstigen Konditionen Geld leihen. Dies zeigt eine Untersuchung der Studienkredite von 42 Kreditinstituten in der Septemberausgabe der Zeitschrift „Finanztest“, die von der Stiftung Warentest in Berlin herausgegeben wird.

Zum Beispiel reicht für die Finanzierung eines dreijährigen Bachelorstudiums mit monatlich 300 Euro der Effektivzins von 3,72 Prozent bis 7,73 Prozent. Das beste Angebot macht die staatliche Förderbank KfW, das teuerste die Deutsche Bank. Beide Banken waren vor fünf Jahren die Ersten, die einen Studienkredit anboten. Für die Rückzahlung des Darlehens innerhalb von sieben Jahren muss der Kreditkunde in dem Beispielfall bei der Deutschen Bank rund 3400 Euro mehr aufbringen als bei der KfW, die monatliche Rate wäre um 43 Euro höher.
Die Tester prüften, zu welchen Bedingungen Banken und Sparkassen Studienkredite vergeben, wie hoch die Zinsen sind und wie die Bedingungen für die Rückzahlung. Im Vergleich zur Untersuchung vor zwei Jahren seien die meisten Banken dem Zinstrend gefolgt und hätten die Zinsen gesenkt, schreibt die Zeitschrift. Nicht jedoch die DKB: Sie hat die Zinsen sogar erhöht.

Die Zahl der Angebote hat sich verringert. Die Commerzbank bietet nach der Übernahme der Dresdner Bank deren „Flexistudienkredit“ nicht mehr an. Ebenso gibt es den Studienkredit der Berliner Bank nach ihrer Fusion mit der Deutschen Bank nicht mehr. Auch die PSD Rhein-Ruhr überlegt, ihr Angebot einzustellen.

Der Studienkredit als spezielles Produkt wird offensichtlich eher von den regionalen Kreditinstituten, insbesondere einigen Sparkassen, angeboten. Von den großen überregionalen Banken ist nur die Deutsche Bank mit einem eigenen Angebot vertreten. Commerzbank, Targobank (ehemals Citibank) sowie HypoVereinsbank vermitteln den Studienkredit der staatlichen KfW, das tun auch 23 weitere der befragten Banken.
Der Studienkredit wird nicht in einer Summe ausgezahlt, sondern in Monatsraten über die Studienzeit verteilt. Die Höhe der Auszahlraten kann der Student selbst festlegen. Die Obergrenze liegt bei 800 Euro. So viel würde die Deutsche Bank auszahlen.

An die Auszahlphase schließt sich eine ein- oder zweijährige Ruhephase an. Danach muss die Rückzahlung des Darlehens beginnen – egal wie hoch das Einkommen ist oder ob der Absolvent überhaupt eine Anstellung hat.

In der Untersuchung bieten vier ­Darlehenskassen auch eine reine Examensfinanzierung an. In fünf Bundesländern, darunter Niedersachsen, erheben die staatlichen Hochschulen noch Studiengebühren. Dafür bieten die Landesförderbanken wie die NBank in Hannover zinsgünstige Kredite an. Diese berechnet derzeit für Studienbeitragsdarlehn einen Zins von zurzeit 3,06 Prozent.

vb/ash