Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Billige Bahntickets: Flixbus droht, Verbindungen zu streichen
Mehr Welt Wirtschaft Billige Bahntickets: Flixbus droht, Verbindungen zu streichen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:32 23.10.2019
Auf dem Weg zum Bahnhof? Flixbus fürchtet, dass Kunden zur Bahn abwandern, wenn die Mehrwertsteuer auf Zugtickets sinkt. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
Hannover

Fahrten mit der Bahn sollen attraktiver werden. Das wünscht sich die Bundesregierung. Das Klimapaket der großen Koalition sieht daher unter anderem vor, die Mehrwertsteuer auf Tickets im Fernverkehr von 19 auf 7 Prozent zu reduzieren. Wohlgemerkt: für Züge.

Die Bahn-Konkurrenz auf der Straße wäre davon also ausgeschlossen. Marktführer Flixbus droht bereits damit, sein Angebot um bis zu 30 Prozent zu reduzieren. „Ein signifikanter Teil unseres Fernbusnetzes wird schlagartig unwirtschaftlich", sagte Mitgründer und Geschäftsführer André Schwämmlein dem „Handelsblatt“.

Flixbus will Strecken in touristische Gebiete streichen

Laut Schwämmlein würden als Erstes Strecken an der Küste, in touristischen Gebieten wie dem Voralpenland und im Harz gestrichen. Um die verbliebenen Busfahrten auszulasten, könnten weitere Verbindungen ausgedünnt werden. Am Freitag entscheidet der Bundestag über die Absenkung der Mehrwertsteuer für Zugtickets – eine Mehrheit gilt als sehr wahrscheinlich. Die Bahn hat bereits angekündigt, die Ermäßigung voll an ihre Kunden weiterzugeben und auf die sonst obligatorische jährliche Preiserhöhung zu verzichten. Fernreisen würden damit ab nächstem Jahr um 10 Prozent billiger.

Lesen Sie auch: Billigtickets und neue Züge: Das bedeutet das Klimapaket für Bahnfahrer

Flixbus-Chef André Schwämmlein kritisiert die aus seiner Sicht einseitige Steuersenkung. Flixbus betreibe zwar inzwischen auch Züge, „aber ich habe Sorge, dass wir dabei unter die Räder kommen", sagte er dem „Handelsblatt“. Der Markt sei umkämpft, die Preise seien im Fernbusverkehr so kalkuliert, dass schon Abweichungen von wenigen Euro bei der Bahn den Bus unattraktiv machten. Im politischen Berlin, so sein Vorwurf, gebe es keine Lobby für den Busverkehr – obwohl auch der das Klima schone. Daten des Bundesumweltamtes würden das belegen.

Flixbus ist auf der Straße mit einem Anteil von 94 Prozent der unangefochtene Marktführer unter den Busanbietern. Das Unternehmen hat europaweit nach eigenen Angaben im letzten Jahr ca. 44 Millionen Reisende befördert.

fh / RND

Der Krankenstand unter deutschen Arbeitnehmern ist zuletzt rasant gestiegen: Seit 2008 haben sich einem Medienbericht zufolge die Fehltage wegen psychischer Beschwerden mehr als verdoppelt.

23.10.2019

Das Landgericht Köln hat dem Fahrdienstvermittler Uber einen wichtigen Teil seines deutschen Geschäfts untersagt. Uber X verstößt nach Ansicht des Gerichts gegen deutsche Gesetze.

23.10.2019

Zwei Abstürze, Flugverbote und eine miese Bilanz: Der US-Luftfahrtriese Boeing kommt nicht zur Ruhe. Personalquerelen und der Abschlussbericht zum Unglück in Indonesien setzen den Airbus-Rivalen weiter unter Druck.

23.10.2019