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10:20 16.06.2009
Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt: Die EZB-Experten halten die Bankenkrise noch nicht für beendet. Quelle: Martin Öser/ddp

Die Europäische Zentralbank (EZB) schätzt, dass den Banken in der Euro-Zone bis Ende kommenden Jahres noch mehr als 200 Milliarden Euro (283 Milliarden Dollar) an Verlusten und Abschreibungen bevorstehen.

Zusammen mit den seit 2007 bereits erfolgten Abschreibungen und Verlusten würden die Folgen von Finanzkrise und Wirtschaftsabschwung die Banken damit 649 Milliarden Dollar kosten. Die Schätzung ist damit wesentlich niedriger als eine ähnliche Berechnung des Internationalen Währungsfonds, der einen Gesamtverluste in Höhe von 1100 Milliarden Dollar erwartet. Die Unterschiede führte EZB-Vizepräsident Lucas Papademos bei der Vorstellung des Finanzmarktberichts der Zentralbank in Frankfurt auf unterschiedliche Modelle und Annahmen zurück, die solchen Prognosen zugrunde liegen. Die zusätzlich erwarteten Verluste müssten die Banken durch weitere Risikovorsorge und Gewinnrücklagen abfedern.

In ihrem Bericht raten die EZB-Experten, dass die Regierungen in Europa auf keinen Fall in Selbstgefälligkeit verfallen sollten. Die sich zuletzt andeutende Stabilisierung an den Finanzmärkten dürfe nicht dazu verleiten, vorschnell Bankensysteme für gerettet zu erklären. Zwar hätten staatliche Kapitalspritzen und öffentliche Garantien für Banken sowie gelockerte Finanzierungsbedingungen der EZB kurzfristig einen Zusammenbruch des Systems verhindert. Doch langfristig „herrscht Unsicherheit über die Fähigkeit des Bankensystems, Schocks zu absorbieren“, schreiben die Ökonomen.

Vor allem sorgen sich die Notenbanker über die wegen der Rezession bevorstehenden Kreditausfälle. Der Kreditzyklus habe noch nicht sein Tal erreicht und daher „müssen die Banken besonders vorsichtig sein und sicherstellen, dass sie genug Kapital und Liquiditätspolster haben“, heißt es in dem Bericht. Gleichzeitig müssten die Finanzinstitute aber die Wirtschaft in ausreichendem Umfang mit Kredit versorgen, um die Abwärtsbewegung nicht zu verschärfen. Die Europäische Zentralbank rechnet derzeit damit, dass die Wirtschaftsleistung der Eurozone in diesem Jahr um 4,1 bis 5,1 Prozent schrumpfen wird. Sollte der Rückgang noch schärfer werden, drohten auf den Finanzmärkten erneut heftige Turbulenzen.

Martin Dowideit

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