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Wirtschaft Banken dürfen ab Donnerstag faule Wertpapiere auslagern
Mehr Welt Wirtschaft Banken dürfen ab Donnerstag faule Wertpapiere auslagern
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13:18 22.07.2009
Banken dürfen ab Donnerstag ihre faulen Wertpapiere in sogenannte Bad Banks auslagern. Quelle: Thomas Lohnes/afp
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Das Auslagern der faulen Papiere ermögliche den Banken, mit dem frei werdendem Geld auch wieder mehr Kredite an Unternehmen und Verbraucher zu vergeben, erklärte der Sprecher des Leitungsausschusses des Bankenrettungsfonds SoFFin.

Bundestag und Bundesrat hatten zwei verschiedene Modelle für Bad Banks beschlossen. Das eine Konzept ist für Geschäftsbanken gedacht und erlaubt ihnen, ihre faulen Wertpapiere in spezielle Zweckgesellschaften auszulagern. Dadurch bereinigen sie ihre Bilanzen. Das zweite Modell ist auf angeschlagene Landesbanken zugeschnitten und ermöglicht diesen zusätzlich die Abwicklung ganzer Geschäftsbereiche.

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Das Grundmodell für die Bad Banks sieht die Schaffung vieler einzelner Wertpapier-Sammelstellen vor: Jede Bank bekommt ihre eigene Bad Bank. Die Auslagerung der Papiere erfolgt im Kern als Tauschgeschäft zwischen einer Bank und ihrer Bad Bank. Das Kreditinstitut gibt an die Bad Bank Ramschanlagen ab und bekommt im Gegenzug besonders sichere Papiere zurück, sogenannte Anleihen.

Diese Anleihen werden vom SoFFin - und damit letztlich durch den deutschen Staat - garantiert. Da alle von der Finanzkrise betroffenen Institute vom Bund gesicherte Papiere in die Bilanzen bekommen, soll neues Vertrauen unter ihnen entstehen und der Kreditverkehr wieder in Schwung kommen. Das wirtschaftliche Risiko für die Entsorgung der faulen Papiere tragen die Aktionäre der Banken.

Auch bei den Landesbanken sollen die Bad Banks helfen, die Bilanzen von faulen Wertpapieren zu säubern. Daneben will die Bundesregierung auch die Verschlankung des Landesbanken-Sektors vorantreiben. Deswegen sollen die Institute, die meist von den Ländern und Sparkassen getragen werden, auch ganze Geschäftsbereiche zur Abwicklung abtreten können. Das wirtschaftliche Risiko liegt bei den Eigentümern der Regionalinstitute.

afp