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Wirtschaft BASF spürt Krise: Nachfrage schwächt sich weiter ab
Mehr Welt Wirtschaft BASF spürt Krise: Nachfrage schwächt sich weiter ab
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13:29 01.05.2009
BASF-Werks in Schwarzheide Quelle: Miguel Villagran/ddp
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Bis zum Jahresende sollen weltweit mindestens 2000 Arbeitsplätze abgebaut werden, wie BASF am Donnerstag mitteilte. Bislang war der Konzern von der Streichung von 1500 Jobs ausgegangen. Trotz des pessimistischen Ausblicks legte die im DAX notierte BASF-Aktie kräftig zu und führte mit einem Plus von 7,4 Prozent auf 28,57 Euro am Donnerstag die Gewinner in dem Leitindex an.

Im ersten Quartal verzeichnete der Konzern einen Umsatz- und Gewinneinbruch. Die Nachfrage nach chemischen Produkten habe sich seit Jahresbeginn nochmals abgeschwächt und eine Trendwende sei nicht in Sicht, hieß es. Der Konzernumsatz sank den Angaben zufolge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel um 60 Prozent auf 928 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente BASF mit 375 Millionen Euro 68 Prozent weniger als vor einem Jahr.

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Analysten und Händler sprachen trotz des Gewinneinbruchs von besser als erwarteten Ergebniszahlen und einem schwächeren Umsatz. Der Ausblick sei allerdings schlecht.

Der BASF-Vorstandsvorsitzende Jürgen Hambrecht sagte bei der Präsentation der Zahlen anlässlich der Hauptversammlung in Mannheim, um Ertrag und Liquidität kurzfristig zu sichern, habe BASF als eines der ersten Unternehmen der Branche frühzeitig die Kapazitäten der dramatisch fallenden Nachfrage angepasst und auf allen Ebenen Kosten reduziert. Gleichzeitig tue der Konzern alles, um für den nächsten Aufschwung gerüstet zu sein. Als Beispiele für Schließungen und Verkäufe nannte er Werke in Korea, Japan, den USA und China.

Vor den Aktionären sagte Hambrecht, er rechne nach dem Gewinneinbruch im ersten Quartal mit einem noch schlechteren zweiten Jahresviertel. Zudem werde das zweite Halbjahr schlechter ausfallen als die erste Jahreshälfte. „Das erste Quartal ist traditionell das stärkste Quartal des Jahres“, sagte er.

Seine Programme zur Kosteneinsparung und Effizienzverbesserung will der Konzern konsequent und schnell umsetzen. Ziel sei es, geringere Kosten, mehr Effizienz und größere Geschwindigkeit in allen Geschäftsprozessen zu erreichen. Zusammen mit den laufenden Aktivitäten zur Kostensenkung will das Unternehmen damit schrittweise bis 2012 Ergebnisverbesserungen von mehr als einer Milliarde Euro jährlich erzielen.

Die Hauptversammlung wählte am Donnerstag zudem den langjährigen Vizevorstandschef des Konzerns, Eggert Voscherau, zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden. Der 65-Jährige folge Jürgen Strube, der das Amt 2003 übernommen hatte und nicht mehr zur Wiederwahl stand. Der 69-jährige Strube wurde zum Ehrenvorsitzenden des Aufsichtsrates ernannt. Stellvertretende Vorsitzende seien weiterhin Michael Diekmann und Robert Oswald.

2008 hatte BASF mit weltweit 97 000 Beschäftigten einen Umsatz von mehr als 62 Milliarden Euro erwirtschaftet. Zuletzt hatte der Konzern angekündigt, ab Juni am Standort Ludwigshafen Kurzarbeit einzuführen. Davon seien voraussichtlich bis zu 3000 der dort beschäftigten 32 800 Mitarbeiter betroffen. Die BASF-Produktpalette reicht von Chemikalien, Kunststoffen und Veredlungsprodukten bis hin zu Pflanzenschutzmitteln, Feinchemikalien sowie Öl und Gas.

ddp