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Wirtschaft Autobranche droht böses Erwachen
Mehr Welt Wirtschaft Autobranche droht böses Erwachen
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21:19 28.08.2009
Die Abwrackprämie ist in wenigen Tagen ausgeschöpft. Quelle: ddp
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Die Tage der Prämie sind inzwischen gezählt: Am Freitagnachmittag waren beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschborn noch 76.042 Anträge verfügbar. Mit fast 20.000 Anträgen täglich dürften Mitte nächster Woche die insgesamt 2 Millionen Abwrackprämien ausgeschöpft sein.

Nach einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger sollen allein im Autohandel 30.000 Jobs in Gefahr sein. „Wenn die Abwrackprämie ausläuft, bewegt sich das Insolvenzrisiko für die deutschen Automobilhändler auf etwa 30 bis 40 Prozent zu“, hieß es.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich skeptisch zu der Studie. „Ich halte in der augenblicklichen Zeit all die Prognosen für sehr vage, weil kein Mensch genau weiß, wie sich das Kaufverhalten auf dem chinesischen, auf dem japanischen, auf dem amerikanischen Automarkt entwickelt“, sagte sie.

Der Leiter Automotive Deutschland der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, Harald Kayser, wies darauf hin, dass es dem Handel schon vor der Krise schlecht gegangen sei. „Das dürfte sich im kommenden Jahr fortsetzen“, sagte Kayser.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hofft nach Angaben eines Sprechers, dass der Export wieder anzieht und damit die erwartete Lücke im Inlandsgeschäft nach dem Ende der Abwrackprämie ausgleicht.

Beim BAFA wurden allein von Donnerstagnachmittag bis Freitagnachmittag rund 19 000 Anträge auf die Prämie von 2500 Euro für die Verschrottung eines mehr als neun Jahre alten Autos gestellt. Die Behörde will die letzten 10 000 Anträge auf ihrer Internetseite durch halbstündliche Aktualisierungen herunterzählen, wie ein Sprecher ankündigte. Er wies Berichte zurück, dass die Behörde nicht minutengenau angebe, wie viele Anträge noch gestellt werden könnten, sondern nur zweimal am Tag.

von Klaus Dieter Oehler