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Wirtschaft Autobauer erleben schwächsten Monat seit 20 Jahren
Mehr Welt Wirtschaft Autobauer erleben schwächsten Monat seit 20 Jahren
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17:29 02.02.2010
Die Neuzulassungen gingen in Deutschland im Januar um über vier Prozent zurück. Quelle: dpa
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Insgesamt wurden in Deutschland im Januar 4,2 Prozent weniger Autos als im Vorjahresmonat zugelassen, teilten die Branchenverbände VDA und VDIK am Dienstag mit. Der Bund prüft indes die Einführung von Wechselkennzeichen für umweltfreundliche Zweitwagen, um den Autoverkauf anzukurbeln.

Nach dem Auslaufen der Abwrackprämie habe der deutsche Pkw-Markt wieder sein gewohnt schwaches Niveau erreicht, erklärte der VDIK, der Branchenverband der ausländischen Markenhersteller. Branchenexperten hatten hiervor bereits in den vergangenen Monaten gewarnt. Die Abwrackprämie war im Januar 2009 zum Monatsende eingeführt worden. Bis zum Auslaufen im Herbst beflügelte der Schrottbonus den deutschen Automarkt massiv.

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Der VDA, der Branchenverband der deutschen Autohersteller, zeigte sich dennoch optimistisch. Im Vergleich zum Dezember hätten die Neuzulassungen in Deutschland saisonbereinigt um 13 Prozent zugelegt, erklärte der VDA in Frankfurt am Main. Das Autogeschäft ziehe wieder an.

Hoffnung mache der deutschen Autoindustrie aber vor allem das Auslandsgeschäft, erklärte der VDA. Trotz der schwächeren Autoverkäufe in Deutschland könne 2010 wegen der hohen Nachfrage nach deutschen Autos in anderen Ländern das Produktionsniveau des Vorjahres voraussichtlich zumindest gehalten werden. Die Bestellungen aus dem Ausland hätten im Januar um 38 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen. Die Autoverkäufe ins Ausland hätten zum Jahresstart den Wert des Vorjahresmonats um 18 Prozent übertroffen. Die Autoproduktion sei um 17 Prozent gestiegen.

Um der krisengeschüttelten Autobranche unter die Arme zu greifen, prüft die Bundesregierung die Einführung von Wechselkennzeichen für abgasarme Zweitwagen. Denkbar sei, dass Autobesitzer künftig „ein Nummernschild für mehrere Autos“ nutzen könnten, erklärte Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Neben der Unterstützung der Autohändler sei es das Ziel, auch mehr sparsame Autos auf die Straßen zu bringen. Deswegen stehe der Bund derzeit in Kontakt mit der Versicherungswirtschaft, um mögliche Wege einer Umsetzung auszuloten.

Die Kfz-Versicherung solle sich dann „nach dem teureren Fahrzeug“ richten, erklärte Ramsauer. Mit den Kennzeichen dürfe dann jeweils nur ein Wagen gefahren werden - entweder der Erst- oder der Zweitwagen. Das Ministerium prüfe für Autobesitzer mit Zweitkennzeichen auch Entlastungen bei der Kfz-Steuer. In Österreich und der Schweiz gibt es bereits Wechselkennzeichen.

afp