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Wirtschaft Aus für Edelmode aus dem Hause Christian Lacroix
Mehr Welt Wirtschaft Aus für Edelmode aus dem Hause Christian Lacroix
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17:10 01.12.2009
Vor dem Aus: Edelmodedesigner Christian Lacroix. Quelle: AFP
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Die Belegschaft wird dadurch auf ein Zehntel zusammengekürzt.

Das Gericht habe sowohl Pläne verworfen, das Haus an Interessenten zu verkaufen als auch die Möglichkeit, das Unternehmen ganz zu schließen, sagte Lacroix-Anwalt Simon Tahar. Nach dem Sanierungsplan soll von den bisher rund einhundert Stellen bei dem Unternehmen nur ein knappes Dutzend übrigbleiben. Diese Mitarbeiter sollen dafür sorgen, dass die Einnahmen aus Lizenzverträgen für Accessoires und Parfüms unter dem Namen Christian Lacroix weiterfließen. Mit dem Geld sollen die Gläubiger der Firma bezahlt werden.

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Christian Lacroix hatte schon bei den Pariser Modeschauen im Oktober gefehlt. Ohne das Unternehmen bleiben nur noch vier französische Edelschneider übrig, die offiziell zur „Haute Couture“ zählen und auch im Ausland einen Namen haben: Chanel, Christian Dior, Givenchy und Jean Paul Gaultier.

Lacroix selbst wird aber nicht arbeitslos. Der Unternehmensgründer, der seinen Namen vor Jahren an das frühere Mutterhaus LVMH verkauft hatte, arbeitet längst unter anderem Namen. Er entwirft unter anderem die Einrichtungen für Hotels oder Hochgeschwindigkeitszüge.

Das nach ihm benannte Modehaus hatte sich im Juni für zahlungsunfähig erklärt, nachdem es im vergangenen Jahr einen Verlust von zehn Millionen Euro gemacht hatte. Neben einem Ölscheich aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hatte auch die Unternehmensberatung Bernard Krief Consulting (BKC) ein Kaufangebot vorgelegt; beide brachten aber nicht die nötigen finanziellen Garantien bei. Das 1987 gegründete Unternehmen gehört seit vier Jahren der US-Gruppe Falic.

Lacroix-Geschäftsführer Nicolas Topiol sagte nach dem Richterspruch, er sei „ein wenig erleichtert“. Die Marke könne bewahrt werden und sich möglicherweise wieder „aufrappeln“. Er äußerte die Hoffnung, dass aus dem Kaufangebot des Scheichs Hassan bin Ali el Naimi aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nun doch noch etwas werden könnte.

AFP