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Wirtschaft Aufklärung über den ICE-Achsbruch
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11:23 27.06.2009
Mitarbeiter der Deutschen Bahn begutachten im Juli 2008 den entgleisten ICE in Köln. Quelle: Henning Kaiser/ddp

Zuvor war der ICE der Baureihe 3 über die Hochgeschwindigkeitsstrecke aus Frankfurt am Main gekommen, wo bis zu 330 Stundenkilometer gefahren werden.

Möglicherweise ist die Bahn an jenem 9. Juli nur durch einen glücklichen Zufall einer noch schwereren Katastrophe als dem Zugunglück von Eschede entgangen. In der niedersächsischen Kleinstadt waren 1998 101 Menschen ums Leben gekommen, als ein ICE gegen eine Brücke geprallt war.

Warum die Radsatzwelle in Köln brechen konnte, ist noch immer nicht geklärt. In der kommenden Woche sollen die Ermittlungen wegen des Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung und fahrlässiger Gefährdung des Bahnverkehrs gegen die Deutsche Bahn durch die Staatsanwaltschaft Köln abgeschlossen werden, wie Staatsanwalt Günther Feld der Nachrichtenagentur ddp sagte. Wahrscheinlich „Mitte der Woche“ werde man darüber informieren. Einen genauen Tag könne er noch nicht nennen. Grundlage der Ermittlungen ist ein Gutachten der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM).

Die Deutsche Bahn überprüft seit dem Unfall die Achsen ihrer ICE-Züge zehnmal so häufig wie vor dem Unfall, aber das auch nur auf Druck des Eisenbahnbundesamtes. Sie kommen schon nach 30 000 gefahrenen Kilometern ins Werk und nicht, wie von den Herstellern empfohlen, erst nach 300 000 Kilometern. Zahlreiche Züge fielen im zurückliegenden Jahr aus, die Bahn verkaufte weniger Fahrkarten. Außerdem kostete der notwendige Umbau der Werkstätten mehrere Millionen Euro.

Einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge sind dem Konzern dadurch bislang Zusatzkosten von 250 Millionen Euro entstanden. Diese Zahl nannte der neue Vorstandschef Rüdiger Grube in der zurückliegenden Woche offenbar im Aufsichtsrat des Staatsunternehmens. Zudem streitet sich der Konzern mit den Herstellern Siemens, Bombardier und Alstom. Bereits Grubes Vorgänger Hartmut Mehdorn hatte immer wieder scharfe Kritik an den Herstellern geübt und ihnen Schadenersatzforderungen in dreistelliger Millionenhöhe angedroht. Die Hersteller wiesen dies allerdings stets zurück.

Um besser für die Gespräche mit den Herstellern gerüstet zu sein, will die Bahn außerdem ein neues Vorstandsressort Technik einrichten. „Die DB ist derzeit mit vielen technischen Herausforderungen konfrontiert, weil die Industrie ihre Leistungsversprechen vielfach nicht einhält“, erläuterte Grube jüngst. „Diese Mängel machen es erforderlich, die technischen Kompetenzen des Konzerns in der DB-Spitze zu bündeln“, fügte er hinzu. Wer den Posten übernehmen soll, ist noch unklar. Er soll bis September besetzt werden.

Denn offenbar machen nicht nur die ICE-Achsen Probleme, sondern auch die der Güterzüge. So gab es jüngst Zeitungsberichte, wonach auch die Achsen von mehreren Tausend Güterwaggons durch Rost und Risse bedroht sind. Die zuständigen Behörden hätten gar vor „Großschadensereignissen“ gewarnt, falls ein entgleisender Güterwaggon in den Gegenverkehr gerate und mit einem Personenzug kollidiere.

ddp

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