Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Auf dem Weg aus der Krise
Mehr Welt Wirtschaft Auf dem Weg aus der Krise
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:52 14.10.2009
Von Alexander Dahl
In diesem Jahr erwartet der DIHK einen Einbruch der Wirtschaft um 4,8 Prozent – für 2010 allerdings wird ein Wachstum von 2 Prozent prognostiziert.
In diesem Jahr erwartet der DIHK einen Einbruch der Wirtschaft um 4,8 Prozent – für 2010 allerdings wird ein Wachstum von 2 Prozent prognostiziert. Quelle: ddp (Archiv)
Anzeige

Das erklärte am Mittwoch der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, bei der Vorstellung der aktuellen Konjunkturumfrage. In diesem Jahr erwartet der DIHK einen Einbruch der Wirtschaft um 4,8 Prozent – für 2010 allerdings wird ein Wachstum von 2 Prozent prognostiziert. „Wir sind damit auf dem Weg raus aus der Krise“, stellte Wansleben fest.

Für die Analyse wurden vom DIHK mehr als 25 000 Unternehmen in Deutschland befragt. Auch die Detailzahlen der Erhebung zeichnen ein optimistisches Bild vom kommenden Jahr. So soll der Export ein Plus von 4,5 Prozent verzeichnen. In diesem Jahr wird ein Einbruch von 14,5 Prozent erwartet. Die Investitionstätigkeit der Industrie soll nach DIHK-Einschätzung 2010 um 3 Prozent zulegen. Im laufenden Jahr dagegen wird ein Rückgang von 10 Prozent vorhergesagt. Einzig der Arbeitsmarkt soll auch im Jahr 2010 schwach bleiben: Nach 3,45 Millionen Jobsuchern in diesem Jahr, erwartet der DIHK für 2010 rund 3,9 Millionen Arbeitslose.

„Im späteren Jahresverlauf ist allerdings eine Trendumkehr zum Besseren zu erwarten“, betonte Wansleben. Weite Teile der Industrie kommen nach den Worten des DIHK-Hauptgeschäftsführers derzeit aus dem Gröbsten heraus; etwa die Chemie und die Metallindustrie. Im Maschinenbau und der Luftfahrtindustrie verschlechtere sich die Lage aber weiter. Kritisch bewertet der DIHK die nach der internationalen Bankenkrise „weiterhin schlechten Finanzierungsbedingungen“. Gefahren für den Export lauern laut Gutachten in dem schwachen US-Dollar und dem US-Konsumenten, der durch Arbeitslosigkeit und hohe Verschuldung weniger deutsche Waren abnehmen könnte als in den Jahren zuvor.

Andere Wirtschaftsforschungsinstituten, die am heutigen Donnerstag ihre Prognosen im Detail veröffentlichen wollen, sind nicht ganz so optimistisch. Erwartet wird danach für 2010 ein Wirtschaftswachstum von nur 1,2 Prozent. Die Bundesregierung, die ihre Einschätzung am morgigen Freitag bekannt geben möchte, rechnet ebenfalls mit einem Zuwachs von 1,2 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt. Allerdings hat das Kanzleramt seine Erwartungen für das laufende Jahr bereits deutlich erhöht und erwartet nach Angaben aus Regierungskreisen, dass es bei der Steuerschätzung, die im November, veröffentlicht wird, „keine negativen Ergebnisse gibt“.

Die verbesserte Stimmungslage zeigt sich am Mittwoch auch an der Börse. Der Dax stieg mit zwischenzeitlich 5859 Punkten auf ein Jahreshoch.