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Wirtschaft Auf Opel wartet die nächste Sparrunde
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20:52 04.01.2012
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Hannover/Rüsselsheim

„Wir haben geantwortet, dass wir keine Veranlassung zu Verhandlungen sehen.“ Es gebe einen bis 2014 geltenden Vertrag. Dieser sieht vor, dass die Belegschaft in Deutschland jährlich 177 Millionen Euro zur Sanierung beiträgt. In den vergangenen Jahren geschah das zum Beispiel durch teilweisen Verzicht auf Weihnachts- und Urlaubsgeld. Wie der Beitrag in den kommenden drei Jahren geleistet werden könne, müsse nun verhandelt werden, sagte ein Opel-Sprecher. Das bietet aber genug Konfliktstoff, denn die Tariferhöhung von 2011 wurde ausgesetzt, und die nächste – im Sanierungsvertrag nicht berücksichtigte – steht mit den Metalltarifverhandlungen im Frühjahr bevor. Die Opel-Führung dringe auf Verzicht, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Insgesamt stünden fällige Lohnerhöhungen von bis zu 1,1 Milliarden Euro für die 40.000 Mitarbeiter zur Disposition.

Mit den Zugeständnissen hatte die Belegschaft 2010 die Einschnitte auf den Abbau von 8000 Stellen begrenzen können. Doch das Geschäft bleibt hinter den Erwartungen zurück, statt des erhofften ausgeglichenen Ergebnisses dürfte das vergangene Jahr wieder einen hohen Verlust gebracht haben.

Der Betriebsrat sieht die Verantwortung dafür beim Management des Mutterkonzerns General Motors (GM), das der deutschen Tochter den Schritt auf Wachstumsmärkte außerhalb Europas versperre. So habe Opel keinen Ausgleich für die Marktschwäche in Südeuropa. In Deutschland wuchs der Absatz 2011 um 9 Prozent – so stark wie der Gesamtmarkt – auf 255.000 Fahrzeuge.

In den vergangenen Wochen erhöhte die GM-Zentrale erkennbar den Druck. Nick Reilly wurde als Aufsichtsratsvorsitzender abgelöst und durch Stephen Girsky ersetzt, der im Dezember sagte: Der Plan für das Opel-Comeback sei „offensichtlich nicht gut genug, schließlich verlieren wir weiter Geld. Wir müssen einen neuen Plan entwickeln“. So sollen unter anderem im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim bis zu 1400 Stellen wegfallen. Diese Zahl beinhaltet nach Unternehmensangaben aber viele Mitarbeiter externer Dienstleister.

Der Opel-Betriebsrat wollte sich am Mittwoch nicht näher zu dem Thema äußern. Nach dem Rückzug von Klaus Franz soll der neue Vorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug erst am 13. Januar gewählt werden. Deshalb gebe es noch keine Verhandlungen zwischen Betriebsrat, IG Metall und Geschäftsleitung.

Stefan Winter und Harald Schmidt

04.01.2012
04.01.2012