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Wirtschaft Arcandor will Gespräche über Warenhaus-Fusion wieder aufnehmen
Mehr Welt Wirtschaft Arcandor will Gespräche über Warenhaus-Fusion wieder aufnehmen
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19:01 11.06.2009
Kaufhof-Filiale in Berlin Quelle: Felix Abraham/ddp

Es werde in Gesprächen mit Metro geprüft, „ob diese so oft diskutierte Deutsche Warenhaus AG eine Zukunft ist“, sagte Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick am Donnerstag. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) schloss Staatshilfen für Arcandor in der Insolvenz nicht aus.

Arcandor-Chef Eick machte deutlich, dass neben Metro auch andere Interessenten in Frage kämen. „Wir werden diese Gespräche nicht nur mit der Metro suchen“, sagte Eick bei der Aufzeichnung der ZDF-Sendung Johannes B. Kerner. Eick fügte hinzu, es solle eine Lösung gefunden werden, die „für die Mitarbeiter und das Unternehmen die Interessanteste ist“. Arcandor hatte am Mittwoch mitgeteilt, die Gespräche mit Metro über eine Kaufhaus-Kette abgebrochen zu haben.

Wirtschaftsminister Guttenberg hält es für möglich, dass auch im laufenden Insolvenzverfahren von Arcandor erneut über Staatshilfen verhandelt wird. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch im weiteren Verfahren noch der Ruf nach Staatshilfe kommt. Das wäre nicht außergewöhnlich und war bei anderen größeren Insolvenzen schon der Fall“, sagte Guttenberg dem „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe). Guttenberg betonte, zunächst müsse es aber um eine privatwirtschaftliche Lösung gehen.

Ein Insolvenzverfahren biete mehr Flexibilität bei der Neuausrichtung von Arcandor als der ursprünglich vorgesehene Notkredit. „Die beantragte Rettungsbeihilfe hätte unter sehr strengen europäischen Regeln und Auflagen gestanden“, sagte Guttenberg. „So wäre zu befürchten gewesen, dass eine Rettungsbeihilfe deutlich größere Arbeitsplatzverluste erfordert hätte, als es jetzt hoffentlich im geordneten Insolvenzverfahren der Fall ist.“

Der politische Streit um die Arcandor-Insolvenz ging weiter. CDU-Vize Roland Koch warf der SPD in der „Financial Times Deutschland“ „blindwütige Angriffe“ auf Guttenberg vor. Mehrere Minister der SPD hatten Guttenberg vorgeworfen, die Insolvenz zum Nachteil der Arcandor-Beschäftigten vorangetrieben zu haben.

Guttenberg selbst sagte, er rufe dazu auf, zu Mäßigung und klugen Überlegungen zurückzukommen. Derzeit müsse gemeinsam versucht werden, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern. In solch einer Zeit dürfe nicht damit begonnen werden, Wahlkampf zu machen.

SPD-Bundesgeschäftsführer und Wahlkampfmanager Kajo Wasserhövel verteidigte die Angriffe der SPD-Spitze gegen Guttenberg. „Ich finde die Kaltschnäuzigkeit erschreckend, mit der der Wirtschaftsminister über Insolvenzen redet“, sagte er der „Berliner Zeitung“. Guttenberg habe Fehler beim Kampf um den Erhalt von Arbeitsplätzen gemacht. „Die Abläufe bei Opel oder Arcandor waren alles andere als professionell.“

afp

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