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Wirtschaft Arcandor stellt Bürgschaftsantrag vor
Mehr Welt Wirtschaft Arcandor stellt Bürgschaftsantrag vor
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13:04 28.05.2009
Unklare Zukunft: Karstadt-Mutterkonzern Arcandor.
Unklare Zukunft: Karstadt-Mutterkonzern Arcandor. Quelle: Theo Heimann/ddp
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Es würden 650 Millionen Euro Staatsbürgschaft und 200 Millionen Euro Kredit benötigt, so ein Arcandor-Sprecher. Es sei das erste Mal, dass der MDAX-Konzern seinen Antrag präsentieren könne. Es sei ein sehr wichtiger Termin, der komplette Vorstand werde vertreten sein. Höchstwahrscheinlich benötige Arcandor mehrere Stunden, um das gesamte Konzept vorzustellen.

Der Sprecher rechnet nach eigenen Angaben nicht mit einem sofortigen Ergebnis des Bürgschaftsausschusses. Jedoch müsse spätestens bis zum 12. Juni eine Entscheidung über die Gewährung von Geldern gefällt werden. Dann liefen Kredite in der Höhe von 710 Millionen Euro aus, die verlängert werden müssten.

Allerdings sei Arcandor, wenn die Staatshilfen genehmigt würden, mit der Finanzierung „durch“. Es werde ein Beitrag von allen Beteiligten erwartet. Der Bürgschaftsausschuss berät über Bürgschaftsanträge. Er gehört zum von der Regierung zur Stützung von Unternehmen in der gegenwärtigen Krise aufgelegten Wirtschaftsfonds Deutschland. Eine Entscheidung fällt dann der Lenkungsausschuss.

Am Wochenende hatte Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick erneut erklärt, dass Staatshilfen ohne Alternative seien. Dem Vernehmen nach würde auch eine Fusion von der Arcandor-Tochter Karstadt und der Metro-Tochter Kaufhof nichts daran ändern, dass ohne zusätzliche Gelder die Insolvenz droht. Zu Arcandor gehören die drei Geschäftsfelder Einzelhandel (Karstadt), Tourismus (Thomas Cook) und Versandhandel (Primondo mit Quelle, Hess Natur). Für den Konzern arbeiten etwa 86 000 Menschen, davon 53 000 in Deutschland.