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Wirtschaft Arcandor beantragt Staatshilfen in Höhe von 437 Millionen Euro
Mehr Welt Wirtschaft Arcandor beantragt Staatshilfen in Höhe von 437 Millionen Euro
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14:50 05.06.2009
Quelle: Dennis Gundlach/ddp

Wie das Essener Unternehmen am Freitag mitteilte, wurde der Kredit beim Bundesfinanzministerium und beim Bundeswirtschaftsministerium beantragt. Der Kredit habe eine Laufzeit über sechs Monate und verschaffe dem Unternehmen für diesen Zeitraum die für den Geschäftsbetrieb erforderliche Liquidität. Nach den Regularien der Rettungsbeihilfe könne der Kredit von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sehr kurzfristig genehmigt und auch ausgezahlt werden, heißt es in der Mitteilung.

Der Arcandor-Vorstandsvorsitzende Karl-Gerhard Eick, erklärte, Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und der SPD-Kanzlerkandidat, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, „haben uns in persönlichen Gesprächen die Hand gereicht und uns diese Lösung empfohlen“. Mit dem Instrument der Rettungsbeihilfe solle die Existenz des Unternehmens gesichert werden. „Dabei vertrauen wir darauf, dass die Bundesregierung die von ihr vorgeschlagene Lösung schnell entscheidet und umsetzt“, erklärte Eick.

Weiter hieß es in der Mitteilung, der Entscheidungsprozess zur bereits beantragten Staatsbürgschaft sei noch nicht abgeschlossen und bleibe von dem Antrag auf Rettungsbeihilfe zunächst unberührt. Laut Arcandor ist die finanzielle Stabilisierung des Konzerns Voraussetzung dafür, in gemeinsamen Gesprächen mit dem Düsseldorfer Handelskonzern Metro ein betriebswirtschaftlich sinnvolles Konzept für eine Deutsche Warenhaus AG mit den beiden Töchtern Karstadt und Kaufhof zu erarbeiten und konstruktiv zu gestalten.

Unterdessen sind Ergebnisse eines Gutachtens bekannt geworden, das die Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) im Auftrag der Bundesregierung angefertigt haben. Die Gutachter bescheinigem dem ehemals unter Karstadt-Quelle firmierenden Unternehmen nur noch geringe Überlebensfähigkeit. „Von dem kreditgebenden Konsortium wurde uns für Arcandor eine Ein-Jahres-Ausfallwahrscheinlichkeit von 20 Prozent mitgeteilt“, heißt es demnach in dem Papier, das dem „Handelsblatt" vorliegt. Entsprechend hoch wäre im Fall einer Staatsbürgschaft die Gefahr, dass der Steuerzahler bereits in den ersten zwölf Monaten zur Kasse gebeten würde.

Anders als am Mittwoch von Arcandor-Finanzvorstand Rüdiger Günther dargestellt, besitze Arcandor offenbar keineswegs mehr ein Eigenkapital von rund 1,2 Milliarden Euro, berichtet die Zeitung weiter. Seit dem letzten Konzernabschluss im September 2008 habe sich der Bestand dem PwC-Gutachten zufolge auf 177 Millionen Euro verringert. Dem Konzern drohe damit neben der Zahlungsunfähigkeit auch die Überschuldung, sollte der Konsortialkredit bis zum 12. Juni nicht wunschgemäß verlängert werden.

Dem PwC-Papier zufolge rutschte der Betriebsgewinn (Ebit) von Oktober bis März auf minus 360 Millionen Euro. Unter dem Strich lag der Verlust bei 603 Millionen Euro nach einem Minus von 256 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Ein Arcandor-Sprecher wollte die Zahlen gegenüber der Zeitung nicht kommentieren. Sie sollen erst am 18. Juni veröffentlicht werden.

afp/ddp

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