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Wirtschaft Arcandor-Chef Eick bekommt zwei Millionen Euro Grundgehalt
Mehr Welt Wirtschaft Arcandor-Chef Eick bekommt zwei Millionen Euro Grundgehalt
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09:25 12.06.2009
Der Chef des insolventen Handelskonzerns Arcandor, Karl-Gerhard Eick, hat nach eigenen Angaben einen Fünf-Jahres-Vertrag mit einem Grundgehalt von zwei Millionen Euro im Jahr und einer Variable von einer Million Euro. Quelle: Clemens Bilan/ddp

Dazu komme eine Erfolgsprämie, die der Arcandor-Großaktionär, die Privatbank Sal. Oppenheim, zahle, sagte Eick der "Bild"-Zeitung. Diese Prämie orientiere sich an der Aktienentwicklung und betrage 1,5 Prozent. Eick bezeichnete den Vertrag als "faire Vereinbarung". Der Job bei Arcandor sei eine riesige Herausforderung mit großem Risiko.

Das mache er nicht aus Uneigennützigkeit, sondern "mit der Chance, am Wertzuwachs zu partizipieren". Laut "Bild" wird der Fünf-Jahres-Vertrag auch bei einem früheren Ausscheiden Eicks voll ausbezahlt und von Sal. Oppenheim garantiert. Eick hatte sein Amt am 1. März angetreten. Zuvor war er Finanzvorstand bei der Deutschen Telekom. Dort verdiente er nach eigenen Angaben zuletzt 2,8 Millionen Euro im Jahr und hatte eine Gehaltssteigerungsklausel. Da er einen Vier-Jahres-Vertrag bei der Telekom hatte, "war doch klar, dass der Vertrag bei Arcandor dieselbe Sicherheit haben muss wie bei der Telekom", sagte Eick der "Bild". "Sonst hätte es ja keinen Sinn für mich gemacht, zu wechseln."

Unterdessen begrüßte die Gewerkschaft Verdi nach der Insolvenz von Arcandor Hilfsangebote der Bundesregierung. Nach Gesprächen mit Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) sagte Verdi-Vizechefin Margret Mönig-Raane der "Frankfurter Rundschau": "Das, was ein Ministerium machen kann, passiert sowohl im Arbeitsministerium als auch im Wirtschaftsministerium."

Für Fragen rund um die Arcandor-Insolvenz würden zentrale Anlaufstellen im Arbeitsministerium und in der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nordrhein-Westfalen eingerichtet, sagte Mönig-Raane. Guttenberg habe zugesichert, "dass der Arbeitnehmerseite Insolvenz-Fachleute des Ministeriums mit Rat und Tat zur Verfügung stehen". Gleichzeitig bekräftigte Mönig-Raane: Die Frage, ob die Insolvenz von Arcandor vermeidbar war, beurteile sie weiterhin anders als Guttenberg.

Was die Zukunft von Arcandor angeht, sei ihre Gewerkschaft bereit, verschiedene Modelle zu prüfen: "Unser wichtigster Maßstab lautet: Wie können möglichst viele Arbeitsplätze mit einer möglichst guten Perspektive erhalten bleiben?", sagte die Gewerkschafterin der Zeitung.

afp

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