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Wirtschaft Arbeitslosenzahl sinkt auf 2,963 Millionen
Mehr Welt Wirtschaft Arbeitslosenzahl sinkt auf 2,963 Millionen
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12:48 02.05.2012
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nimmt Stellung zu den Arbeitslosenzahlen im April. Quelle: dpa
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Nürnberg

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im April dank des Frühjahrsaufschwungs um 65.000 auf 2.963.000 gesunken. Damit waren 115.000 Menschen weniger auf Jobsuche als noch vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 7,0 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte sie noch bei 7,3 Prozent gelegen.

„Auf dem Arbeitsmarkt hält die positive Grundtendenz an, obwohl die Konjunktur zuletzt an Schwung verloren hat“, erläuterte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise. „Insbesondere die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung liegen weiter deutlich im Plus.“

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Die Zahl der Erwerbstätigen stieg nach den jüngsten Zahlen vom März binnen Jahresfrist um 596.000 auf 41,21 Millionen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte im Vergleich zum Vorjahr um 694.000 auf 28,61 Millionen zu (Februardaten).

„Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst in allen Bundesländern und in den meistern Branchen“, erläuterte die BA. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe und bei den Wirtschaftlichen Dienstleistungen seien neue reguläre Jobs entstanden.

Weniger gut sieht die Entwicklung bei der Arbeitskräftenachfrage aus: Der Index der Bundesagentur, der die Zahl der offenen Stellen erfasst, war im April zum ersten Mal seit langem zurückgegangen. Aktuell seien dennoch 499.000 Arbeitsplätze als unbesetzt gemeldet, betonte die BA – ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von 38.000.

Die nachlassende positive Wirkung der Konjunktur auf den Arbeitsmarkt zeigt sich auch in den saisonbereinigten Zahlen: Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl stieg im April um 19.000 auf 2,875 Millionen, wobei der Zuwachs in Gänze auf Westdeutschland entfiel.

Grund für den Anstieg sei zum einen der geringere Einsatz von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie Ein-Euro-Jobs, erläuterte die BA. Auch habe der Stichtag für die Zählung in den Osterferien gelegen; viele Betriebe nähmen geplante Einstellungen aber erst nach den Ferien vor. „Die konjunkturellen Kräfte haben diese beiden Einflüsse auf die Arbeitslosigkeit nicht kompensieren können“, räumte die BA ein.

Ministerin rechnet mit positiver Entwicklung

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) rechnet weiterhin mit einer positiven Arbeitsmarktentwicklung. Auch wenn „die ganz ganz hohe Dynamik“ von vor einem Jahr nicht mehr da sei, so gebe es doch keinerlei Anzeichen für ein Ende des Beschäftigungsaufbaus, sagte von der Leyen am Mittwoch in Berlin. „Im Gegenteil: Es ist positiv überraschend, Monat für Monat zu sehen, dass wir einen weiteren Beschäftigungsaufbau haben und einen Abbau der Arbeitslosigkeit.“ Die hohe Zahl von nach wie vor einer Million offener Stellen deute eher auf Schwierigkeiten hin, qualifizierte Fachkräfte zu bekommen.

Von der Leyen wies darauf hin, dass derzeit rund 350.000 Menschen weniger in Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gefördert würden als noch vor Jahresfrist. Der erste Arbeitsmarkt erweise sich „als so robust und aufnahmefähig, dass er nicht auf subventionierte Jobs angewiesen ist“. Erfreut zeigte sich die Ministerin auch darüber, dass die steigende Beschäftigung zu mehr unbefristeten Einstellungen geführt hat.

„Im vergangenen Jahr hat es zwar einen deutlichen Aufwuchs der Beschäftigung insgesamt gegeben, aber die absolute Zahl der Leih- und Zeitarbeit ist nicht gestiegen.“ Diese liege bei 750.000, „dem niedrigsten Wert seit Februar 2011“. Die Unternehmen schätzten also die Lage trotz gewisser Risiken im Euro-Raum als stabil ein.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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